Wende: Keine Gesamtschule im Ostviertel

Von: Stephan Mohne
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Aachen. Die politische Bombe des Jahres ist zum Blindgänger geworden. Eine vierte Gesamtschule im Ostviertel und damit das Aus für das Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG), die Hauptschule Aretzstraße und die Hugo-Junkers-Realschule ist nach AZ-Informationen vom Tisch.

Diese unumgängliche Erkenntnis ist offenbar spätestens nach dem jüngsten Gespräch der Fraktionsspitzen von CDU, SPD und Grünen mit RP Hans Peter Lindlar gereift. Der RP hatte dem Plan bereits vorher eine Absage erteilt, und auch aus dem NRW-Schulministerium standen die Signale auf Ablehnung.

Auch vom Tisch ist die Idee, das GSG alleine in eine Gesamtschule umzuwandeln. Und drittens gibt es auch keine „Verbundschule”, die eine Art Fusion darstellt. Diese gibt es bei Schülermangel insbesondere im ländlichen Bereich und über Gemeindegrenzen hinweg. Öffentlich wollten sich die Fraktionen bislang nicht zu der Entwicklung äußern. Montagmittag gab es ein Gespräch mit den Schulleitern, abends tagten dann die Fraktionen.

Ergebnis: Was nun kommt, ist im Prinzip genau das, was besagte Schulen schon als Konzept vorgedacht hatten, bevor die schwarz-rot-grüne Gesamtschulkoalition auf den Plan trat. Statt eines Zusammenschlusses wird eine enge Kooperation der drei selbstständig bleibenden Ostviertelschulen unter dem Arbeitstitel „Schulverband” geben. Mehr noch: Alle drei Schulen sollen eine über mehrere Jahre geltende Bestandsgarantie erhalten.

Was insbesondere für das GSG angesichts schwächelnder Anmeldezahlen von großer Bedeutung ist. Der Verband soll auch dafür sorgen, dass Eltern und ihre Kinder - insbesondere jene 250 pro Jahr, die mangels Platz an den Gesamtschulen abgewiesen werden müssen - mit einem besonderen Angebot „gelockt” werden. Dieses Konzept hatten die Schulleiter vergangene Woche auch dem RP vorgestellt - und waren auf offene Ohren gestoßen.

Kernpunkt dessen sind laut den Schulleitern Klaus Becker (Gymnasium), Herbert Strohmeyer (Realschule) und Manfred Paul (Hauptschule) „fließende Übergänge” zwischen den Schulformen. Will sagen: Schüler können „ohne harte Brüche” (Becker) die Schule wechseln - in alle Richtungen. Dazu soll es dann spezielle Fördermöglichkeiten geben. Strohmeyer nennt als Beispiel Klassen, die Schüler gezielt auf die Oberstufe vorbereiten. Er betont, dass es diese Kooperationsform jeder Schule ermögliche, ihre Eigenheiten beizubehalten. Gleichwohl sei das Modell von „großer Offenheit” (Paul) geprägt.

Bei der Realschule gibt es allerdings noch einen heiklen Punkt, mit dem sich die Schulkonferenz befassen muss: Sie ist die einzige der drei Schulen, die keinen Ganztagsbetrieb anbietet. Nicht nur nach dem Wunsch der Politik soll sich das mit dem Schulverband ändern. Strohmeyer sagt, dass mittlerweile viele Schüler schon an den Grundschulen im Ganztag gewesen seien, und ist vorsichtig optimistisch, dass dies auch zu einem Umdenken der Schulkonferenz führen könnte. Der Schulleiter hofft, dass durch die Diskussionen der vergangenen Wochen keine Eltern verschreckt worden sind. Die Nachfrage deute zum Glück darauf hin, „dass es keinen großen Schock gegeben hat”.
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