Weltrekord gepackt, aber der „Schiri” fehlt

Von: Silke Peters
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Schwerstarbeit für einen Weltrekord: Walter Heinrichs und seine Kollegen schmiedeten am Sonntag auf dem Markt das (Huf-)Eisen, solange es heiß war - und bis es die richtige Rekordgröße hatte. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Schwere Hammerschläge schallen wie Donnergrollen durch die Aachener Innenstadt. Mitten auf dem Aachener Marktplatz haben Schmied Walter Heinrichs und sein Team eine mobile Schmiedewerkstatt aufgebaut. Sie haben sich etwas Besonderes vorgenommen.

Das größte Hufeisen der Welt will der Metallbauer aus Simmerath anfertigen und damit ins Guiness-Buch der Rekorde kommen.

Mit Weltrekorden hat Heinrichs schon Erfahrung. Vor zehn Jahren hat er den längsten Nagel der Welt geschmiedet. Der misst eine Länge von 10 Zoll und wurde in der Werkstatt angefertigt. Dieses Mal geht Heinrichs noch einen Schritt weiter: Das größte Hufeisen der Welt soll im Herzen der Kaiserstadt entstehen.

100 Kilo Baustahl sind nötig

Seit acht Uhr morgens sind die Handwerker vor Ort und treffen Vorbereitungen. 1,50 Meter mal 1,50 Meter groß soll das Eisen werden. Mit diesen Maßen wäre es 10mal so groß wie ein normales Hufeisen, mit dem ein Pferd beschlagen wird. Für ein so gigantisches Eisen ist einiges an Material notwendig.

100 Kilogramm Baustahl werden verarbeitet. Um das Feuer heiß zu halten, werden 15 Säcke mit je 25 Kilogramm Schmiedekohle verbraucht. Diese zeichnet sich durch einen besonders hohen Heizwert aus. Das ist wichtig, denn die Temperatur ist das Entscheidende beim Schmieden.

Bei 1500 Grad glüht das Eisen. Dann kann es bearbeitet werden. Dazu haben Heinrichs und seine Mitarbeiter ein Muster mit der Form des Hufeisens gefertigt, um das der Stahl gebogen wird. Mit fünf Kilogramm schweren Hämmern wird das Eisen geschlagen. Dabei kommen die Männer ordentlich ins Schwitzen. Das Eisen darf keinesfalls zu heiß werden.

Dann nämlich löst sich der Kohlenstoff aus dem Stahl und das Material wird brüchig und instabil. Neben dem Ruhm, das größte Hufeisen der Welt gefertigt zu haben, geht es den Beteiligten um mehr. „Wir wollen zeigen, wer wir sind und die Kraft des Handwerks demonstrieren”, so Heinrichs. Auch die Handwerkskammer Aachen unterstützt daher die Aktion.

Hauptgeschäftsführer Ralf Barkey greift selbst zum Schmiedehammer und sagt: „Wir freuen uns sehr über das Engagement von Herrn Heinrichs.” Gerade die Schmiedekunst fasziniere die Menschen. „Viele Menschen kennen das heute gar nicht mehr”, so Barkeys Erfahrung. Außerdem werden alle Sinne angesprochen. „Man hört es, man sieht es, man riecht es”.

Entsprechend viele Leute beobachten Heinrichs bei der Arbeit. Das Hufeisen wird zu Gunsten des Kuratoriums für Therapeutisches Reiten versteigert. Am Abend ist es vollbracht. Das Hufeisen ist fertig, der Weltrekord geschafft. Bloß ob er anerkannt wird, ist fraglich. Denn offenbar war kein Richter von Guiness World Records vor Ort.
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