Weltladen in der Jakobstraße: Die Lokomotive beim fairen Handel

Von: Kristina Toussaint
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Aachen. Von der wachsenden Beliebtheit nachhaltiger und fairer Produkte profitieren nicht nur Discounter und Warenhäuser, die jetzt erst auf den Zug aufgesprungen sind. Auch in den Weltläden, die seit Jahrzehnten den fairen Handel unterstützen, macht sich die Entwicklung positiv bemerkbar.

Der internationale Tag des fairen Handels soll das Thema noch stärker in den Mittelpunkt rücken. In der Fairtrade-Stadt Aachen steht ein breites Bündnis hinter der Förderung fairer Waren.

„Aachen ist mit vielen Dingen auf einem guten Weg, was Fairtrade angeht“, so Bürgermeisterin Hilde Scheidt am Samstag. 2011 zum ersten Mal mit dem Titel Fairtrade-Town ausgezeichnet, gilt es nun, zum wiederholten Mal zu beweisen, dass diese Auszeichnung weiter Bestand haben sollte. Die Stadt setze sich da bereits in vielen Bereichen ein, so Scheidt. Dabei ginge es um mehr, als bloß in allen städtisch betriebenen Cafés fairen Kaffee anzubieten. Im Rahmen der für Vergabeverfahren geltenden Richtlinien sollen auch möglichst viele städtische Aufträge mit fairen Produkten umgesetzt werden – in der Diskussion waren bisher zum Beispiel Pflastersteine und die Bekleidung der Feuerwehr.

Bemerkenswert ist, dass sich hier so viele für die Stadt wichtige Verbände und Wirtschaftsakteure am Bündnis für den fairen Handel beteiligen. Neben dem Märkte- und Aktionskreis City sind auch die Dehoga und die IG Altstadt dabei. „Das ist in anderen Städten bei weitem nicht so üblich“, so Jan Konwinski, Vorstand des Weltladen Aachen e.V.

„Fair“, das heißt, dass den Menschen weltweit ein vernünftiges und gesundheitlich zumutbares Arbeitsleben ermöglicht wird, ohne endlose Schichten, mit einem für die Region angemessenen Stundenlohn und ohne Kinderarbeit. Im Vorfeld der Bundestagswahl im September hat der Weltladen-Dachverband, dem deutschlandweit rund 400 Weltläden angehören, drei konkrete Visionen formuliert: faire Arbeitsbedingungen weltweit, eine bäuerliche Landwirtschaft, die alle Menschen ernährt und der menschenwürdige Umgang mit allen.

„Es ist wichtig, Bewusstsein für den größeren Zusammenhang zwischen dem eigenen Konsumverhalten und Problemen und Leid in der Welt zu schaffen“, so Scheidt. Der Aachener Weltladen machte am Tag des fairen Handels mit Live-Musik, Straßentheater, Getränken und einem Buffet auf das Thema aufmerksam – so konnten auch Skeptiker sich von der Qualität von fair gehandeltem Kaffee und aus fairen Produkten gebackenem Bananenbrot überzeugen lassen.

Bereits seit 37 Jahren gibt es den Weltladen in der Jakobstraße. Gewachsen ist nicht nur die Produktvielfalt, sondern auch das Team der Mitwirkenden: Rund 50 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hier beschäftigt – wie es sich für eine Fairtrade-Town gehört.

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