Weltkulturerbetag lockt in den Dom

Von: Alexander Barth
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Uberwältigende Kunstwerke auf Schritt und Tritt: Auch die junge Besucherin aus dem fernen Osten ließ es sich zum Tag des Weltkulturerbes nicht nehmen, Karls- und Marienschrein im Aachener Dom aus allernächster Nähe fürs Privatarchiv zu verewigen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Weltkulturerbe - wie könnte der Aachener Dom seinem stolzen zweiten Namen mehr Ehre machen als durch begeisterte Besucher aus aller Welt? Zum fünften Mal haben die am gestrigen Sonntag den „Unesco-Weltkulturerbetag” genutzt, um die Faszination der „Nummer 1” auf der ehrwürdigen Liste zu erkunden.

Nicht nur für Dompropst Helmut Poquê also ist dieser Tag „ein wichtiges Signal für die Instandhaltung der Kathedrale und den allgemeinen Denkmalschutz”. Außerdem sei es eine ausgezeichnete Möglichkeit, auf die Bedeutungsgeschichte der Kirche Karls des Großen aufmerksam zu machen.

Das 1200 Jahre alte Gotteshaus, 1978 als erstes deutsches Denkmal in die Liste der Unesco aufgenommen, war Schauplatz zahlreicher Sonderführungen sowie regelmäßiger Kurzvorträge von Dombaumeister Helmut Maintz. Er erläuterte stündlich die aktuellen Arbeiten, gab Auskunft über bauliche Besonderheiten und Wirkung des Wahrzeichens und verwies trotz Welterbe-Status auf die wahre Bedeutung des Doms: „Bei aller Liebe und Anerkennung für die Unesco: Wir sind in erster Linie Gotteshaus”.

Die Domführer bewältigten wacker ihr Mammutprogramm an Nonstop-Führungen, auch die englischsprachigen „Guides” kamen oft zum Einsatz.

Begonnen hatte der Tag um 10 Uhr mit einem Hochamt, musikalisch begleitet von der „Capella Aquensis”. Die nahegelegene Schatzkammer konnte den ganzen Tag bei vergünstigtem Eintritt besichtigt werden.

Weitere Besonderheit: Unter dem Motto „Kinder führen Kinder” sollten die Jüngsten von Altersgenosse Markus Schünemann alles über Geschichte und Geschichten der ehrwürdigen Kathedrale erfahren. Als Mitglied der Domsingschule war er in den Kreis der Experten gelangt und darf sich nach Ablegung diverser Prüfungen ebenfalls Domführer nennen. Dass sein „Auftritt” um 14.15 Uhr mangels Interessierter buchstäblich ins Wasser fiel, war wohl dem heftigen Regenguss geschuldet...

Einige Bereiche, etwa die Chorhalle mit Karls- und Marienschrein, waren indessen ausnahmsweise frei zugänglich. Vielfältig war die Gästeschar. Ein Paar aus den Vereinigten Staaten bestaunte die Chorhalle. „Wir haben uns intensiv mit wichtigen Sehenswürdigkeiten in Deutschland beschäftigt, der Dom und seine lange Geschichte ist uns dabei ins Auge gefallen”, berichten sie, um gleich wieder Fotoapparate und Domführer zu zücken.

Ebenso wie die konzentriert und forschend blickende Gruppe japanischer Touristen. Einer 23-jährigen Studentin, gebürtige Aachenerin und derzeit in Köln lebend, haben es einmal mehr die Mosaike rund ums Oktogon angetan: „Man entdeckt immer wieder etwas Neues hier”, lächelte sie - auch nach 1200 Jahren.
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