Weltkindertag: 90 Kinder erobern den Ratssaal

Von: Laura Knops
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Diesmal hatten nicht die Polit
Diesmal hatten nicht die Politiker das Sagen, sondern die Kinder: Rund 90 von ihnen diskutierten anlässlich des Weltkindertages im Ratssaal mit Oberbürgermeister Marcel Philipp. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Das Rathaus stand Kopf. Dort, wo sonst Ratsmitglieder und Oberbürgermeister über Avantis und Co. entscheiden, übernahmen ausnahmsweise die Kinder das Kommando.

Anlässlich des Weltkindertags strömten etwa 90 Kinder aus neun Aachener Schulen in den Ratssaal, um gemeinsam mit Oberbürgermeister Marcel Philipp über ihre Rechte zu diskutieren. Einen Tag lang standen die Kinder mit ihren Bedürfnissen und Ansprüchen ganz im Mittelpunkt.

„Kinder brauchen Zeit”, so lautet das Motto von Unicef und Deutschem Kinderhilfswerk zum diesjährigen Weltkindertag. „Das Thema ist wichtig, um Groß und Klein bewusst zu machen, dass jedes Kind ein Recht auf Spiel und Spaß, elterliche Fürsorge und Beteiligung hat”, erklärte Christiane Raumanns, Sprecherin der Unicef-Arbeitsgruppe Aachen. Festgeschrieben in der internationalen Kinderrechtskonvention, gelten die Kinderrechte in Deutschland nun seit 20 Jahren.

Doch Zeit fehlt vielen Kindern. Angesichts langer Schulzeiten wird die Zeit für Spiel und Spaß immer knapper. Immer in Eile, hetzen die Kinder des 21. Jahrhunderts von der Schule zu ihren Hobbys oder verbringen ihre kostbaren Stunden am Computer, anstatt im Freien zu spielen. Auf der anderen Seite gibt es Kinder, die völlig sich selbst überlassen werden. Unter der Moderation von zwei Schülern des Pius-Gynmnasiums konnten Schüler aller Schulformen im Rathaus ihre Fragen stellen.

Warum gibt es kein Kinderparlament in Aachen? Sind die Spielplätze in Aachen behindertengerecht? Und mögen Sie eigentlich Kinder? OB Marcel Philipp nahm sich genügend Zeit und stand den Kindern Rede und Antwort. Viel Engagement für Mensch und Umwelt konnten die Schüler bei der Präsentation ihrer Projekte vorweisen: So veranstaltete die GGS Richterich einen Malwettbewerb zum Thema Kinderrechte. Die Gesamtschule Brand und die Viktor-Frankl-Schule nahmen am Projekt „Schule in der Kiste” teil, das Kindern in Afrika eine Schulbildung ermöglicht.

Zum ersten Mal fand die Diskussionsrunde mit OB, Unicef-Deutschland Vertreterin Maria Stoy und der Unicef-Arbeitsgruppe Aachen statt und soll keine Einzelveranstaltung bleiben. „Wir verstehen dieses Treffen als einen Auftakt für viele weitere Veranstaltungen mit Kindern. So wollen wir in den nächsten Jahren ein Kinderparlament auf die Beine stellen, damit Kinder langfristig eine Stimme bekommen und mitentscheiden können”, sagt Raumanns.
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