Aachen - Weltgebetstag: Den Samen der Gerechtigkeit pflanzen

Weltgebetstag: Den Samen der Gerechtigkeit pflanzen

Von: Rauke Xenia Bornefeld
Letzte Aktualisierung:
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Hofft auf große Resonanz auf die Angebote am Weltgebetstag: Marita Leschinski, Presbyterin an der Emmauskirche. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Wir beten am gleichen Tag in über 100 Ländern der Erde das Gleiche. Das ist eine sehr schöne Vorstellung von Gemeinschaft und Solidarität“, findet Marita Leschinski. Sie ist eine von neun Frauen, die in der Aachener Emmauskirche in Forst den Weltgebetstag vorbereiten. Am Freitag, 3. März, sind alle Aachener eingeladen, in acht ökumenischen Gottesdienstes den Samen der Gerechtigkeit zu pflanzen.

Das Schwerpunktland 2017 sind die Philippinen. Denn darum geht es bei der weltweiten, christlichen Aktion: Ein Land mit seinen schönen Seiten, aber vor allem auch mit den Missständen, unter denen besonders Frauen und Mädchen leiden, in den Blick zu nehmen. Die weltweit einheitliche Gottesdienstordnung wird von Frauen des jeweiligen Schwerpunktlandes erarbeitet.

Deshalb hieß die Aktion, die es bereits seit über 100 Jahren gibt und auch in Deutschland seit 1949 gefeiert wird, früher „Weltgebetstag der Frauen“. Geblieben ist davon der Blickwinkel der Frauen in der Vorbereitung, eingeladen sind aber Männer ebenso wie Frauen und Kinder.

Auch in der Emmauskirche besteht das Vorbereitungsteam aus evangelischen und katholischen Frauen, die sich überwiegend als Laien in ihren Gemeinden engagieren. Neben dem Gottesdienst am 3. März haben sie auch einen Länderinfo-Abend für Freitag, den 17. Februar, organisiert. Dort können sie noch einmal detaillierter auf die Probleme der Philippinen eingehen: Ausbeutung und vor allem körperliche und sexualisierte Gewalt gegenüber Mädchen und Frauen.

„Denn obwohl das Land reich an Bodenschätzen und auch für Touristen attraktiv ist, bekommt nur ein Bruchteil der rund 100 Millionen Einwohner davon etwas ab“, hat Leschinski in der Vorbereitung gelernt. „Was ist denn fair?“ fragen die philippinischen Frauen deshalb und haben das Gleichnis der Arbeiter im Weinberg aus dem Matthäus-Evangelium (20,1-16) als Verstehenshilfe und Ermutigung ausgewählt.

Genau dieses alljährliche Dazulernen über ganz unterschiedliche Länder hat Leschinski vor acht Jahren bewogen, in das Vorbereitungsteam der Emmauskirche einzusteigen – obwohl sich auch schon damals das Image des Weltgebetstages zwischen langweilig und spießig bewegte. Zu Unrecht, findet Leschinski.

„Zumindest wenn man sich die Texte aus der Gottesdienstordnung tatsächlich zu eigen macht und sie mit Leben füllt.“ Musik aus den jeweiligen Ländern, szenische Darstellung der Texte, etwas zum Mit-nach-Hause-Nehmen wie in diesem Jahr ein kleines Säckchen mit Reiskörnern – so wird in der Emmauskirche ein lebendiger Gottesdienst am Weltgebetstag gefeiert.

Dann ist auch Pfarrerin Monica Schreiber gern dabei – wenn auch in kaum offizieller Funktion. „Es ist der Gottesdienst der positiven Globalisierung. Die Welt wächst zusammen, die Grenzen sind durchlässig“, freut sie sich.

Gottesdienste am Weltgebetstag (3. März) in Aachen: 15 Uhr, Arche, Schurzelter Straße 540; 16 Uhr, Martin-Luther-Kirche, Hermann-Löns-Straße 29-31 und St. Barbara, Hüttenstraße; 17 Uhr, St. Heinrich, Horbacher Straße 334a , St. Martin, Heinrich-Hollands-Str. 6, Immanuelkirche, Siegelallee 2 und Emmauskirche, Sittarder Straße 58; 18 Uhr: Citykirche St. Nikolaus, Großkölnstraße.

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