Weltfest: Wo fängt Fairness an?

Von: Svenja Pesch
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Informationen auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Leben: Beim Weltfest gaben viele Organisationen wertvolle Tipps dazu. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Was ist uns eine faire Welt wert? Eine pauschale Antwort zu finden, ist angesichts des riesigen Themenkomplexes fast unmöglich. Denn wo fängt Fairness an und wie weit ist jeder Einzelne bereit, sein Leben und seine Bedürfnisse nachhaltig zu gestalten? Mit diesen und weiteren Fragestellungen beschäftigte sich das 31. Weltfest im Welthaus an der Schanz.

Unter dem Motto „Fair und nachhaltig – was ist es uns wert“ luden die Akteure und Vereine des Hauses die Besucher ein, einen Blick hinter die Kulissen bildungs- und entwicklungspolitischer Arbeit zu werfen. Dr. Mona Pursey, Promotorin für entwicklungspolitische Bildungsarbeit im „Eine Welt Forum“, hoffte, dass das Motto viele Menschen zum Nachdenken anregt, wie sie erzählte. „Wir haben überlegt, wie wir globale Bezüge nach Aachen holen können. Schließlich leben wir alle in einer Welt, und unsere Art zu leben hat Auswirkungen auf andere Plätze dieser Welt. Umso wichtiger ist es, dass wir nachhaltig und fair denken und agieren, ohne dabei ein Gefühl der Ohnmacht oder Überforderung zu erzeugen.“

Zwar steht die deutsche Außenpolitik im Zeichen einer Entwicklungszusammenarbeit, deren konstruktive Aspekte könnten sich jedoch angesichts einer gleichzeitig durchgesetzten aggressiven Wirtschaftspolitik und Handelspolitik gegenüber den Ländern des Südens häufig nicht auswirken. Die ökonomische und soziale Situation der armen Länder ist bis heute entscheidend bedingt und bestimmt durch die Politik der Bundesrepublik und der anderen Industrieländer.

Im Rahmen des Weltfestes präsentierten sich traditionell die Gruppen und Vereine des Hauses mit einem kleinen Informationsmarkt. Terres des hommes, Öcher Talente e.V., das Aachener Baumschutzbündnis oder auch das Deutsch-Iranische Forum beantworteten Fragen und gaben nützliche Informationen darüber, wie man auch im Kleinen etwas bewegen kann. Gerade beim Verein „Öcher Talente“ wird Nachhaltigkeit gelebt. Hier trägt jeder mit seinen Fähigkeiten dazu bei, dass Dinge getauscht, repariert oder erneuert werden ohne Geld. Neue Anschaffungen werden weitestgehend vermieden. „Alleine wenn sich jeder von uns fragt, ob man das neuste Produkt, die neusten Klamotten wirklich braucht, passiert schon etwas.

Denn dadurch wird das eigene Kaufverhalten hinterfragt und man ändert etwas“, ergänzte Pursey. Auch innerhalb der Diskussionsrunde wurden die ethischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkte mit Blick auf Nachhaltigkeit und Fairness diskutiert. Die Ausstellung „Hunger im Überfluss“ im Foyer des Hauses gab einen detaillierten Einblick in die Welt der Lebensmittelproduktion und deren Verteilung. Dass manch ein Produkt einen enormen Weg hinter sich hat, ehe es auf dem Teller des Verbrauchers landet, machte der „Globale Supermarkt“ deutlich. Einige Produkte fahren um die halbe Welt, bis sie im Supermarkt zu finden sind. Fakten, die deutlich machten, dass Nachhaltigkeit jeden etwas angeht.

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