Weltfest: Auch nach 30 Jahren reichlich Handlungsbedarf

Von: Svenja Pesch
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Aachen. Wenn es eine Sache auf der Welt gibt, die alle Menschen gemeinsam haben, egal welcher Herkunft sie sind, welchen Bildungsstand sie haben oder welchen kulturellen Hintergrund, dann ist es die Tatsache, dass sie alle Mensch sind. Klingt auf den ersten Blick banal, ist aber wahr und aus dieser Tatsache heraus, ergeben sich Ansprüche, die ausnahmslos für jedes Individuum gelten.

Das 30. Aachener Weltfest feierte unter dem Motto „Unser Name ist Mensch“ nicht nur ein großes Jubiläum im Welthaus an der Schanz, die Organisatoren nutzten die Gelegenheit zudem, um auf Ungleichheiten kultureller, politischer oder ökonomischer Natur hinzuweisen.

Denn auch nach 30 Jahren „Eine-Welt-Arbeit“ gibt es noch enormen Handlungsbedarf, wie Dr. Mona Pursey, Koordinatorin für entwicklungspolitische Bildungsarbeit im „Eine-Welt-Forum“ erzählte : „Unser Anliegen ist es, dass Menschen nicht in Klassen oder Rassen denken, sondern sich gemeinsam für die gute Sache einsetzen. Wir möchten Chancengleichheit, Umweltschutz und Nachhaltigkeit in einem lebendigen Maß umsetzen und diesen Gedanken an die nächste Generation weitergeben.“

Und Dr. Jürgen Jansen, Politologe und Vorstandsmitglied des Forums, ergänzte: „Als Menschen haben wir auch eine Verantwortung der Zukunft gegenüber und es ist notwendig, dass wir Respekt haben vor dem, was das Leben will und muss. Die Vielfalt, die in der Welt herrscht, muss in Gleichklang gebracht werden, damit alle Menschen und die damit verbundenen Rechte realisiert werden können.“

Im Rahmen des Weltfestes wurde die Thematik in verschiedenen Bereichen aufgegriffen und sichtbar. Neben dem Informationsmarkt, auf dem die Mitgliedsgruppen sowie Vereine aus dem Umwelt- und Eine-Welt-Bereich ihre Arbeit sowie landestypisches Kunsthandwerk präsentierten, sorgten kleine internationale Köstlichkeiten für kulinarische Vielfalt.

Eine Ausstellung über das Weltfest zeigte die besondere Bedeutung von entwicklungspolitscher Verantwortung und Solidarität an ausgewählten Themen der letzten 30 Jahre. Wer meinte, dass das Fest ausschließlich von ernsten Themen geprägt sein würde, der wurde auf der Bühne im Garten eines besseren belehrt.

Afrikanische Trommelmusik, indonesischer, indischer und orientalischer Tanz sowie eine Kochshow und eine Theateraufführung demonstrierten, dass man die Ernsthaftigkeit der Weltthemen mit seinen schönsten kulturellen Facetten verbinden kann. Der Erlös der traditionellen Tombola geht auch in diesem Jahr an das indonesische Fischerdorf in Lampaseh.

Bürgermeisterin Hilde Scheidt feierte mit dem Weltfest-Jubiläum gleichzeitig ihr persönliches Besucher-Jubiläum: „Ich besuche das Fest schon seit 30 Jahren und schätze die schöne Atmosphäre. Hier trifft man die Pioniere der Eine-Welt-Arbeit und es wird deutlich, dass auch wir hier in Aachen eine Verantwortung gegenüber anderen Ländern haben. Deshalb ist es wichtig, auch abseits des Festes das ganze Jahr über darauf zu achten, dass Profil was Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein in Aachen angeht, zu schärfen.“

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