Welt-Aids-Tag: Hilfsinitiativen in Aachen kämpfen für Toleranz

Welt-Aids-Tag: Hilfsinitiativen wollen weiter für Toleranz kämpfen

Von: Peter Schopp
Letzte Aktualisierung:
8995883.jpg Symbolbild: Oliver Berg/dpa
Zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember wollen Hilfsinitiativen weiter für Toleranz kämpfen. Symbolbild: Oliver Berg/dpa

Aachen. Am 1. Dezember ist Welt- Aids-Tag. Auch in Aachen gibt es eine Vielzahl von Infoständen und einige Veranstaltungen zum 29. Gedenk- und Aktionstag. Es hat sich viel verändert rund um die Krankheit Aids. „Das große Drama ist vorbei!“ sagte Georg Rinkleff , Sozialarbeiter in der Aids-Hilfe Aachen.

„Die medizinische Lage hat sich für HIV-Infizierte stetig verbessert“, betonte Rinkleff. „Wenn die Infektion schnell erkannt wird, kann ein Betroffener ein ganz normales Leben führen, mit einer ganz normalen Lebenserwartung.“ Gerade in Deutschland sind Prävention und Behandlung auf einem guten Weg. Wer zu den Risikogruppen gehört – schwule Männer, Drogenabhängige und Sexarbeiter – sollte sich früh testen lassen, um größere Gesundheitsrisiken von vornherein auszuschließen.

„Das größte Problem ist nicht mehr der Ausbruch einer Aidserkrankung, sondern immer noch die Diskriminierung derer, die sich als infiziert outen,“ sagte die Aktivistin Alexandra Frings. Sie ist Ansprechpartnerin für Neuinfizierte und weiß, wovon sie spricht. In vielen Familien, am Arbeitsplatz, unter Freunden, selbst in Arztpraxen ist die Angst vor HIV ungebrochen. Dabei ist ein Übertragungsrisiko im Alltag nahezu auszuschließen. Wird HIV schnell erkannt, kann heute ein Ausbruch von Aids zumeist vermieden werden. Je früher ein Mensch mit Verdacht auf eine Infektion zum Arzt geht, um so erfolgreicher können Präventivmaßnahmen greifen. Aber immer noch haben zu viele der möglichen Betroffenen Angst. Weniger vor der Diagnose als vielmehr vor den sozialen Folgen.

Es geht also am Welt-Aids-Tag in erster Linie darum, den Menschen zu erklären, dass HIV-Infizierte und Aidskranke nicht gemieden werden müssen mitten in die Gesellschaft gehören.

„Jede Angst vor Kontakt mit Aidskranken ist irrational und unbegründet“: Rinkloff erteilte alten Vorurteilen eine eindeutige Absage und lädt nun ein, sich am morgigen Freitag aufklären zu lassen.

Ein Bündnis von Aids-Hilfe Aachen e.V., der Fachschaft Medizin der RWTH, der Katholischen Hochschulgemeinde, dem Queerreferat e.V. und dem Gesundheitsamt der Städteregion Aachen haben Infostände, eine Gedenkstunde, eine Spielfilmvorführung und eine Party organisiert.

Dieser Tag soll ein Fanal für einen entspannten Umgang mit Aids sein. Und ein Zeichen für die Rührigkeit der Aachener Aids-Hilfe. Von den vermuteten rund 700 Aidserkrankten in der Region hat die Beratungsstelle Kontakt zu 470 von ihnen. Für 2018 plant sie zur Ergänzung der Testangebote der Städteregion zusammen mit dem Praxiszentrum Blondelstraße einen monatlichen anonymen Test- und einen Beratungsabend, um die Zahl der Früherkennungen zu steigern. Rinkloff betonte, dass die Aids-Hilfe sich nicht nur für die medizinischen Probleme der Aidskranken einsetze, sondern immer den gesamten Menschen und sein soziales Umfeld im Blick habe. Das sei besonders für die zunehmende Anzahl von Besuchern mit Migrationshintergrund wichtig.

Alexandra Frings brachte die Kampagne „kein Aids für alle – bis 2020“ und das Anliegen des Welt-Aids-Tages 2017 auf den Punkt: „Mit HIV kann man leben, lieben, alt werden –weitersagen!

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert