„Wellenschlag – Flügelrauschen“: Peter Heuser präsentiert neue Gedichte

Von: Eva Onkels
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Entführt in Meeresnähe: Peter Heuser mit seinem neuen Band „Wellenschlag – Flügelrauschen“. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Das Meer hatte auf uns gewartet / es kam näher und küsste uns die Füße“, mehr braucht es nicht, um im neuen Gedichtband von Peter J. Heuser sofort das Rauschen der Wellen zu hören, die salzige Luft zu schmecken und den kühlen Nordseestrand unter den Füßen zu spüren.

„Wellenschlag – Flügelrauschen“, ist der Titel des mittlerweile vierten Gedichtbands des ehemaligen Gewerkschafters.

Dieses Mal ist das Thema das Meer, und insbesondere die Nordsee, in all ihren Facetten. In sechs Unterkapiteln geht es um Möwen, Schietwetter, die Liebe, den Wind und natürlich das Meer. Dabei ist das Meer nicht immer ein schöner oder gar ungefährlicher Ort. Wenn es heißt: „Schwarz wogt das Meer / Wellen werfen sich / ächzend an den Strand“, dann ist das Meer auch eine Naturgewalt, der der Mensch nicht viel entgegensetzten kann. Anders als in seinen bisherigen Gedichtbänden, ist „Wellenschlag – Flügelrauschen“ weder auf Aachen zentriert, noch gibt es im Band viele politische Gedichte.

Am meisten begeistert Heuser am Meer „die Offenheit und die Weite, das Plätschern und das Rauschen. Das Meer hat mich direkt berührt, mich immer wieder berührt“, so der Dichter weiter. Er selbst betrachtet das 96 Seiten umfassende Buch als „Sommerlektüre“, als ein Buch, dass eine Stimmung vermitteln kann.

Offen und emotional

Gedichte schreiben ist für Heuser nicht das Abarbeiten einer Formel und auch nicht das Verklausulieren von Gedanken. Sein Stil ist offen, direkt, verständlich und emotional berührend. Man merkt ihm und seinen Gedichten an, dass sie ganz nah am Meer entstanden sind, auf den „eher kleinen Inseln“, auf denen der Massentourismus noch nicht Einzug gehalten hat, auf Langeoog, Spiekeroog und Baltum.

Im Schlusskapitel „Wind des Südens“, widmete sich Heuser den eher südlichen Meeren. Verarbeitet hat er in diesem Kapitel eine ganz besondere Szene, die ihn immer noch aufwühlt: Er und seine Frau beobachteten, wie ein Flüchtlingsboot anlandete, Polizei und Hubschrauber waren überall und viele andere Touristen hätten dort gestanden und gegafft. „Helikopter Sirenen Rettungskräfte / nahten Leblose wurden geboren / Touristen rannten gafften knipsten“, heißt es im Gedicht. Eine deutliche Abrechnung mit dem Verhalten mancher Touristen und vielleicht auch ein Mahnmal über die eigene Rolle und Verhalten als Tourist nachzudenken.

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