Aachen - Welche Rolle spielt Vaters Geburtsland?

Welche Rolle spielt Vaters Geburtsland?

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
WEI-Elke Münich       167<br />
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WEI-Elke Münich 167
13.08.08 Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Welche Rolle spielt Mutters Geburtsland bei der Schulwahl? Und ist die Herkunft des Vaters ein Auswahlkriterium, wenn mehr Kinder angemeldet werden, als es Plätze gibt? „Nein”, sagt Elke Münich.

Die Leiterin des städtischen Fachbereichs Kinder, Jugend, Schule kann dies für Aachens Schulen ausschließen. Und doch hat die sogenannte Befragung zum Migrationshintergrund im Rahmen der Anmeldungen an die weiterführenden Schulen zu Unruhe und Irritationen geführt. Und für besorgte Eltern.

Auf der Rückseite

Bis Mitte März nehmen die Schulen noch Anmeldungen entgegen. Dafür müssen die Eltern einen entsprechenden Anmeldebogen für die Schule ihrer Wahl ausfüllen. Auf der Rückseite dieses Bogens befindet sich die angeführte Befragung. Wenn ein Migrationshintergrund vorliegt, Eltern oder Kind nicht in Deutschland geboren wurden, müssen folgende Angaben gemacht werden: „Geburtsland des Schülers”, „Seit wann in Deutschland?”, „Welche Sprache wird zu Hause gesprochen?”, „Geburtsland der Mutter”, „Geburtsland des Vaters”, „Einschulungsjahr der Grundschule”, „Einschulungsart”, „Schulempfehlung”.

Diese Fragen hat sich die Stadt Aachen nicht ausgedacht. Es sind Daten, die nach der „Verordnung über die zur Verarbeitung zugelassenen Daten von Schülerinnen, Schülern und Eltern” vom Land seit dem 14. Juli 2007 erhoben werden müssen. Dies erfolgte anfangs nach der Aufnahme eines Schülers. „Doch mittlerweile wurde der Wunsch von Schulseiten an uns heran getragen, diese schon bei der Anmeldung auf der Rückseite zu erfassen. Für die Schulen ist dies eine enorme Erleichterung”, erklärt Münich. Datenschutzrechtlich seien die Angaben nach Informationen des Landes ohnehin unbedenklich.

Es gelten andere Kriterien

Dass die Schulen früher diese Angaben erst nach der Auswahl eines Schüler erfassten und sie nun schon vorher die Herkunft eines Schülers und seiner Familie kennen, verunsichert Betroffene. Elke Münich versichert dagegen, dass für die Aufnahme eines Schülers andere Kritierien gelten. Und in der Tat sind diese klar formuliert, umfassen das ausgewogene Verhältnis von Jungen und Mädchen, den Wechsel von einer benachbarten Grundschule oder auch den bereits laufenden Schulbesuch von Geschwisterkindern. Häufig lassen Schulen aber auch das Los entscheiden, das Geburtsland des Vaters oder der Mutter spielt da keine Rolle.

Münich kann die Verunsicherung der Eltern dennoch verstehen. Sie rät bei der Anmeldung offen eine solche Sorge bei der Schulleitung anzusprechen. „Wenn Eltern Bedenken haben, sollten sie das offen sagen. Wenn ich Mutter wäre, würde ich mir ohnehin die Kriterien der Schule zur Auswahl der Kinder bei zu vielen Anmeldungen nennen lassen”, sagt sie.
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