Weiterer Schritt in Richtung Stadionkauf durch die Stadt

Von: stm/hpl
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Unter normalen Umständen wären die Anteile satte 1,5 Millionen Euro wert. Aber was ist in der jüngeren Geschichte von Alemannia Aachen schon normal? Und so soll ein Teil der besagten Anteile für einen Euro den Besitzer wechseln. Sie sind nämlich im Grunde derzeit wertlos.

Es geht hier um Anteile an der „Alemannia Stadion GmbH“, die längst pleite und im Insolvenzverfahren ist. Anteilseigner dieser GmbH sind die „Alemannia Aachen GmbH“ zu 91,46 und die städtische Tochter „Aachener Stadionbeteiligungs GmbH“ (ASB) zu 8,54 Prozent. Letztere soll im Januar den Tivoli kaufen – für ebenfalls einen Euro.

Die nominal wertlosen Anteile spielen dabei eine nicht unerhebliche Rolle – und sind in diesem Zusammenhang von großem Wert.

Lange ist über den Stadionkauf gebrütet worden. Was insbesondere Steuerexperten betrifft. Es geht um komplizierte Konstrukte und um Millionen. Das Finanzamt hat nämlich durchaus ein wachsames Auge auf den Ablauf des Geschäfts, denn damit verbunden sein könnten aufgrund des Wertes der Immobilie – der Bau des Stadions kostete weit über 50 Millionen Euro – hohe Grunderwerbs- und Körperschaftssteuern.

Das hätte zu einem K.o.-Kriterium beim Kauf werden können, denn auch so muss die Stadt abseits des einen Euros Kaufpreis tief in die Tasche greifen, wenn es um den Tivoli geht. Derzeit und auf unabsehbare Zeit nach dem Kauf zahlt sie die Unterhaltskosten von bis zu zwei Millionen Euro pro Jahr. Das wird sich erst ändern, wenn Alemannia dereinst wieder einmal in der 1. Bundesliga oder mit Abstrichen in der 2. Liga angekommen ist.

Getragen werden von der öffentlichen Hand außerdem die Kosten der Baukredite, die einst in Richtung der ASB umgeschuldet wurden, als die Alemannia am finanziellen Abgrund stand – in den sie dann trotzdem stürzte. Zudem muss noch gerichtlich geklärt werden, an wem die Kosten zur Beseitigung von Baumängeln in Höhe von knapp über zwei Millionen Euro letztlich hängen bleiben.

Um den Steuer-GAU beim Stadionkauf zu vermeiden, haben die Steuerexperten eine Lösung dahingehend gefunden, dass die ASB schon vor dem Kauf einen höheren Anteil haben muss als bisher – nämlich mindestens 15 Prozent. Der Übertragung von 6,46 Prozent (106.000 Euro des eigentlichen Stammkapitals) der Stadion-Anteile musste nun noch die Alemannia-Mitgliederversammlung zustimmen.

Dazu gab es am Montagabend eine außerordentliche Mitgliederversammlung, bei der 75 Prozent der abgegebenen Stimmen auf „Ja“ lauten mussten. Reine Formsache. Schließlich ist der Kauf des Stadions durch die Stadt auch für Alemannia ein Rettungsanker.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert