Aachen - Weihnachtsstück „Der goldene Baum“ hat Premiere im Öcher Schängche

Weihnachtsstück „Der goldene Baum“ hat Premiere im Öcher Schängche

Von: Lilian Killmeyer
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Aachen. Sie ist zwar jung und schön – doch auch zickig, hochnäsig und bösartig: Die Prinzessin im neuen Kinderstück „Der goldene Baum“ der Aachener Stadtpuppenbühne Öcher Schängche treibt den gesamten Hofstaat einschließlich ihres Vaters täglich in den Wahnsinn. Nur der Hofzwerg Fitzebutz glaubt an die gute Seele der Königstochter.

Jeden Tag pflegt er liebevoll ihren Lebensbaum und ist sich sicher: „Wird die Prinzessin lieb und hold, dann trägt das Bäumchen lauter Gold.“ Doch auch seine Geduld nimmt ein jähes Ende, als er im Wald in eine Grube fällt und die Prinzessin dem laut ihren Worten „widerwärtigen Geschöpf“ hämisch ihre Hilfe verweigert. Was die hochmütige Prinzessin nicht weiß: Fitzebutz besitzt Zauberkräfte. So spricht der Zwerg eine Formel und ehe sie sich versieht, wurde sie in einen Esel verwandelt, dem es lediglich mit Fitzebutz möglich ist zu sprechen. Mit den Worten „Streng sollst du zu dem Esel sein, aber gerecht“ übergibt er den grauen Vierbeiner an den Müller, der ihm tugendhaftes Verhalten beibringen soll.

Geschrieben hat das diesjährige Weihnachtsstücks der Stadtpuppenbühne Mundartdichter Will Hermanns. „Unsere Stücke sind oft Adaptionen von bekannten Märchen und Sagen“, erklärte Otto Trebels, künstlerischer Leiter des Schängche, „Teilweise werden auch Inhalte von mehreren Märchen verknüpft, damit es für die Puppenbühne überhaupt bespielbar ist.“ Auch die traditionelle Hauptfigur des Schängche muss immer neu hinzugeschrieben werden. Diesmal tritt es als Hofnarr auf. Schängche weiß ebenfalls über die Verwandlung der Königstochter bescheid und passt auf, dass der strenge Müller nicht allzu hart mit ihr umgeht. Doch es dauert nicht lange, da beginnt die Prinzessin unter der Knechtschaft, ihr bösartiges, herzloses Verhalten zu bereuen und fleht den Zwergen um Gnade an. Doch bevor er Erbarmen zeigt, stellt er sie vor eine letzte Prüfung.

Trotz des von der Bühne formulierten kulturellen Ziels der Pflege und des Erhalts des Dialekts, ist der Großteil von „Der goldene Baum“ auf Hochdeutsch. Trebels: „Wie für unsere Stücke üblich, enthält dieses weniger Platt als die Erwachsenenstücke. Für die Kinder, ob Öcher oder nicht, sollte es kein Problem sein, der Handlung zu folgen. Mit dem aktuellen Bühnenwerk ist aufs Neue eine liebenswürdige, humorvolle Verbindung zwischen traditionellen Märchen und Aachener Kultur gelungen, die nicht nur das kleine Publikum belustigt. Ob die Prinzessin ihre Eselsgestalt wieder ablegen kann und ob der Baum goldene Blätter tragen wird, das können alle Interessierten auf der Bühne des Öcher Schängche selbst herausfinden.

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