Weihnachtssingen mit Tönen statt Toren

Von: Carolin Cremer-Kruff
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Wunderbare Stimmung im vergangenen Jahr: 5500 Sängerinnen und Sängern sollen in diesem Jahr 15.000 folgen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. O Tivoli, o Tivoli, wie schön sind deine Stimmen! Wenn sich die Prognosen von Pastor Siegmar Müller der Freien Evangelischen Gemeinde Aachen bestätigen, dann wird diese Öcher Variante des Klassikers „O Tannenbaum“ am vierten Advent aus 15.000 Kehlen erklingen. Ganz schön sportlich!

Beste Stimmung ist am Tivoli zwar kein Novum. Weihnachtliches Flair mit einem XXL-Chor kehrt hier jedoch nur einmal im Jahr ein: Beim Weihnachtssingen, das in diesem Jahr zum zweiten Mal von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Aachen und der Alemannia-Fan-IG organisiert wird.

Jeder, ob jung oder alt, Sopran, Alt, Tenor oder Bass, Profi oder Amateur, ist eingeladen, rund 90 Minuten lang Weihnachts- und Adventslieder mitzusingen und schon einmal für den großen Auftritt am Heiligen Abend im Kreise der Familie zu üben. Der Eintritt zu diesem stimmungsvollen Sing-Event ist frei. Ebenfalls gratis sind Kerzen und Liederhefte, die am Stadioneingang an alle Teilnehmer verteilt werden. Plätzchen und Glühwein dürfen natürlich auch nicht fehlen, ebenso wie die Weihnachtsgeschichte, die vorgelesen wird.

Wo sonst auf den Tribünen schwarz-gelbe Fan-Schals geschwungen werden, leuchten am 21. Dezember Tausende Kerzen, welche die Fußball-Arena in ein Lichtermeer verwandeln werden. Das soll natürlich nicht heißen, dass Alemannia-Schals an diesem Tag Stadionverbot haben. Im Gegenteil. Denn zwischen den Weihnachtsliedern wird auch der eine oder andere Alemannia-Song mit weihnachtlichem Touch angestimmt, versprechen die Veranstalter.

Wird der Weihnachtsmann jetzt zum Fan der Schwarz-Gelben? Das kann passieren, denn bereits bei den irdischen Bürgern kommt das Weihnachtssingen sehr gut an. „Im vergangenen Jahr haben wir mit 1500 bis 2000 Menschen gerechnet, schließlich strömten 5500 zum Tivoli. Da war Improvisationstalent gefragt“, erinnert sich Müller zurück. Musikalische Unterstützung gibt es auf der Bühne nicht nur von Jupp Ebert, sondern auch von dem Jugendchor „Pius Celebration“, dem Gospelchor der Internationalen Christlichen Freikirche (ICF), dem Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Aachen und dem Musikverein Rott. Stadionsprecher Robert Moonen führt durch das vorweihnachtliche Programm. Das originelle Event beginnt in diesem Jahr auf vielfachen Wunsch bereits eine Stunde früher, nämlich um 17 Uhr mit dem Vorprogramm. Die bunt gemischte Sängerschar darf eine Stunde später um 18 Uhr loslegen. „Das ist familienfreundlicher und insbesondere für die kleinen Besucher besser zu schaffen“, erklärt Pastor Müller.

Die Idee zum Fest der Weihnachtsmelodien ist nicht neu, wie Müller verrät. Er ist bei Union Berlin auf diese musikalische Aktion aufmerksam geworden, wo man nach der zwölften Auflage von einer Tradition sprechen kann. In der Bundeshauptstadt fing alles mit 100 Sängern an, beim Weihnachtssingen im Jahr 2013 kamen bereits knapp 30.000 zusammen. Müller freut sich mit Andrea Kett von der Katholischen Kirche in der Region Aachen, Manina Kettler von der Alemannia-Fan-IG und vielen weiteren Helfern besonders darauf, unterschiedliche Menschen zum Fest der Liebe zusammenzubringen: „Wir locken Menschen zum Tivoli, die sich noch nie ein Spiel angesehen haben, und bringen Fußballfans dazu, christliche Weihnachtslieder zu singen, die sie vielleicht schon lange nicht mehr gesungen haben.“ In puncto Werbung wird das Lieder-Festival von der FH Aachen unterstützt. Professor Christoph Scheller vom Fachbereich Gestaltung bietet für seine Studenten ein Seminar an, in dem das Marketing der Veranstaltung entwickelt wird – vom Slogan bis zum Plakat.

Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Jedoch werden immer noch Sponsoren, vom Einzelspender bis zum Unternehmen, gesucht, die das Weihnachtssingen finanziell unterstützen. Denn ganz oben auf der Wunschliste der Organisatoren steht, dass dieses Öcher Weihnachtsfest für alle Teilnehmer ein kostenloser Genuss bleiben soll.

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