Weihnachtsmarkt: Alle haben die Lampen an

Von: Robert Esser
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Hüttenzauber: Alwin Fiebus (r.) und Ralph Cleef organisieren – unter anderem – den Hexenhof neben dem Dom. Abgebaut wird ab 27. Dezember. Foto: Andreas Steindl, Heike Lachmann
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Funkelnder Budenzauber: Der Weihnachtsmarkt befeuert die Umsätze des umliegenden Einzelhandels. Foto: Andreas Steindl, Heike Lachmann

Aachen. Nach ein paar Runden auf dem Weihnachtsmarkt weiß jeder, dass wirklich alle die Lampen anhaben. Was nichts mit Glühwein zu tun haben muss. Rund 180.000 LED-Lämpchen schenken dem Öcher Budenzauber seinen funkelnden Lichterglanz.

Ob die Geschäfte ebenso glänzend liefen und der Einzelhandel dieses Jahr seine helle Freude an den Umsätzen hat, beleuchtet die AZ bei einer – natürlich nicht repräsentativen – Umfrage in der historischen Altstadt.

„Der Weihnachtsmarkt ist wirtschaftlich unglaublich wichtig für die ganze Stadt Aachen“, sagt Gastronom Matthias Erforth („Goldener Schwan“). „Ich würde mir nur wünschen, dass es weniger umfassende kulinarische Angebote auf dem Markt gibt; das kostet umliegende Kneipen und Restaurants, die das ganze Jahr geöffnet haben, vor allem in der Nachmittagszeit Kundschaft. Abends ist es überall rappelvoll“, sagt der Wirt. Sein Kollege Alwin Fiebus bewirtet nicht nur Gäste im urigen Hexenhof auf dem Münsterplatz. Er organisiert für den Veranstalter MAC (Märkte und Aktionskreis City) auch Auf- und Abbau des funkelnden Budenzaubers.

Am Dienstagabend, 23. Dezember, schließen die 130 Holzbüdchen. Vom 27. bis zum 30. Dezember wird alles abgebaut. „Vorher hoffen wir noch auf einige trockenen Tage. Der Dauerregen hat es uns zuletzt nicht gerade einfach gemacht“, sagt Fiebus. Dass der von ihm so stimmungsvoll dekorierte Aachener Weihnachtsmarkt in einer Online-Abstimmung zum schönsten in ganz Deutschland und zum zweitschönsten Europas gewählt wurde, freut ihn besonders. „Das ist ein schönes Kompliment für alle Beteiligten. Und es zeigt, dass es sich lohnt, Jahr für Jahr auf Qualität zu setzen“, erklärt er. Das gelte für die angebotenen Waren genauso wie für das charakteristische Erscheinungsbild. „In dieser einzigartigen Atmosphäre rund um Dom und Rathaus passt das alles einfach perfekt zusammen“, sagt Fiebus.

Wovon offenbar auch der umliegende Einzelhandel profitiert: „Das Jahr 2014 mit den Karlsaus-stellungen und jetzt einem noch volleren Weihnachtsmarkt hat die Umsätze spürbar angekurbelt“, stellt Dr. Walter Vennen von der Buchhandlung Schmetz fest. „Ich bin davon überzeugt, dass die Werbewirkung des Karlsjahres auch in den kommenden Jahren nachwirkt und Menschen nach Aachen lockt“, sagt er. Leona Schmitz („Autrepart nature“) begrüßt in ihrem Geschäft zwischen Büchel und Markt besonders viele ausländische Touristen: „Es sind noch mehr Franzosen, Engländer, Niederländer und Belgier als in den Vorjahren hier – es wird viel gekauft“, sagt sie.

Angelika Görg stimmt im Wollgeschäft an der Annastraße zu: „Karlsjahr und Weihnachtsmarkt bescheren uns 2014 spürbar mehr Kunden.“ Manche Einzelhändler sprechen von einem Plus in Höhe von 10 bis 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Schattenseiten gibt es beim Ansturm von 1800 Touristenbussen und insgesamt rund 1,5 Millionen Besuchern in der Altstadt trotzdem: „Ich liebe den Budenzauber“, betont Friseur Udo Dümenil in seinem Salon am Hof. Aber: „Samstags traut sich kein Kunde zu uns, weil der Ansturm alles blockiert“, sagt er.

Besonders an den Wochenenden sind sämtliche Innenstadtparkhäuser mit immerhin 8000 Stellplätzen dicht. „Nur im Marschiertor-Parkhaus an der Lagerhausstraße haben wir immer noch ein paar Plätze frei“, erklärt Apag-Sprecherin Anne Linden.

Mit rekordverdächtigen Besucher- und Kundenströmen rechnet MAC- und Einzelhandelsverbandsgeschäftsführer Manfred Piana ebenfalls: „Der Trend ist, dass Weihnachtsgeschenke immer später eingekauft werden. Es wird nochmal richtig voll werden“, prognostiziert er. Experten rechnen 2014 mit einem Umsatzplus von 1,2 Prozent für den Einzelhandel – bei einem Zugewinn von 18 Prozent für den Onlinehandel. „Darum ist es so ungeheuer wichtig, dass die Aachener Altstadt ein attraktiver Anziehungspunkt ist. Unser Konzept auf dem Weihnachtsmarkt ist voll aufgegangen – auch weil wir erstmals nach Jahren ohne Baustellen einen echten Rundlauf für die Besucher ermöglichen konnten.“ Das Sicherheitspersonal habe die Lage selbst zu Hochzeiten, wenn es richtig eng wird, jederzeit im Griff.

Lichter werden also nur die Gassen nicht.

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