Aachen - Weihnachtskonzert im Krönungssaal: Federleicht hingetupfte Klänge

Weihnachtskonzert im Krönungssaal: Federleicht hingetupfte Klänge

Von: Pedro Obiera
Letzte Aktualisierung:
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Große Resonanz: Beim Weihnachtskonzert unter der Leitung von Thomas Beaujean war der Krönungssaal des Rathauses voll. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Ein Weihnachts-Hit von Corelli, zwei Kostbarkeiten des jungen Mozart und vier sanfte Gesänge des erfolgreichen englischen Chor-Komponisten John Rutter zierten das mittlerweile 39. von Thomas Beaujean betreute Weihnachtskonzert im gewohnt voll besetzten Krönungssaal des Aachener Rathauses.

Ein Ereignis, das längst zur musikalischen Tradition des 4. Advents gehört, ebenso wie die wohl unausrottbaren Geräusche vom benachbarten Weihnachtsmarkt, die sich unter die Klänge von Corellis „Weihnachtskonzert“ und noch deutlicher in die zarten Töne von Mozarts Konzert für Flöte, Harfe und Orchester mischten.

Allerdings ließen sich weder das Euro-Kammerorchester noch die beiden hochbegabten Stipendiatinnen der „Deutschen Stiftung Musikleben“ davon beeindrucken. Unbekannt sind die in Aachen geborene Flötistin Hanna Mangold und die aus Augsburg stammende Harfenistin Feodora-Johanna Gabler in unserer Stadt längst nicht mehr. Und sie brachten alle Voraussetzungen mit, das charmante Werk mit federnder Eleganz und silbrig leuchtendem Ton zum Klingen zu bringen.

Beaujean passte sich mit dem Euro-Kammerorchester den federleicht hingetupften Klängen der Solistinnen an und konnte das Orchester ohne Substanzverlust so weit zurückhalten, dass sich auch die Harfenistin mühelos durchsetzen konnte. Dass die beiden jungen Damen seit längerer Zeit im Duo zusammenwirken und glänzend miteinander harmonieren, gab der makellosen Darbietung den letzten Schliff.

Etwas verhalten

Das Euro-Kammerorchester hatte nach der Pause Gelegenheit, mit Mozarts früher Symphonie in A-Dur KV 201 zu glänzen, einem in seiner kompositorischen Originalität und Ausdrucksintensität weit vorausweisenden Geniestreich, den Beaujean im Ersten Satz noch etwas verhalten anging. Umso perlender arbeitete er die klanglichen Delikatessen des Andantes aus, umso präziser wurde die eigenwillige rhythmisch-melodische Struktur des Menuettos hörbar, bevor das Finale mit gebotenem Schwung und Esprit zum krönenden Abschluss gebracht wurde.

Nach dieser Vitaminspritze wirkten die vier Weihnachtsgesänge von John Rutter, für die sich Beaujeans Cappella Aquensis auf das Podium drängte, wie eine Prise Baldrian. Die schlichten, im Detail jedoch anspruchsvollen Gesänge trugen die versierten Sängerinnen und Sänger des verdienstvollen Chors mit gewohnter Stil- und Intonationssicherheit vor.

Viel Beifall für ein etwas lang geratenes, aber würdiges Ereignis zum 4. Advent.

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