Aachen - Weihnachtskonzert des Euro-Kammerorchesters: Klänge läuten das Fest ein

Weihnachtskonzert des Euro-Kammerorchesters: Klänge läuten das Fest ein

Von: Pedro Obiera
Letzte Aktualisierung:
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Ein Programm, das Besinnlichkeit und Anspruch vereinigt: das Weihnachtskonzert des Euro-Kammerorchesters unter der Leitung von Thomas Beaujean. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die Weihnachtskonzerte des Euro-Kammerorchesters unter den Fittichen seines Gründungs-Dirigenten Thomas Beaujean als Tradition zu bezeichnen, klingt schon ein wenig untertrieben. Seit fast 40 Jahren stellt Beaujean, den ausklingenden Trubel des Weihnachtsmarktes vor den Fenstern gelassen ertragend, für den 4. Adventssonntag ein Programm zusammen, das Besinnlichkeit und Anspruch vereinigt und von den Bürgern so sehr geschätzt wird, dass auch in diesem Jahr kein Platz im Krönungssaal frei geblieben ist.

Im Zentrum des Abends stand diesmal Johann Sebastian Bach, wobei die junge, mit etlichen Preisen veredelte Geigerin Byol Kang mit den zwei Violinkonzerten des Thomaskantors den Ton angab. Mit jugendlichem, geradezu sportlichem Schwung sprintete sie durch die Ecksätze der Werke. Und das mit genügend Luft, um die teilweise ausgedehnten Solo-Passagen noch so pointiert phrasieren zu können, dass jeder rotierende Automatismus vermieden wurde. Die Schönheit ihres noblen Tons konnte sich vor allem in den langsamen Sätzen entfalten. All das zusammen mit dem charmanten Charisma der Musikerin bereitete ungetrübtes Vergnügen.

Und daran trug auch das wie immer gut vorbereitete und aufmerksam reagierende Euro-Kammerorchester bei, das die Solistin mehr als verlässlich stützte. Da die Hälfte des zweiten Teils die Cappella Aquensis, Beaujeans Chor, der ihm nicht weniger am Herzen liegt als das Orchester, begnügten sich die Euro-Streicher mit zwei kleinen, aber feinen eigenen Beiträgen. Und zwar mit Händels Concerto grosso in g-Moll op. 6 Nr. 6, das Beaujean sehr weich und klanglich etwas süßlich nach italienischem Gusto interpretierte, und Bachs 3. Brandenburgisches Konzert, das mit geradezu swingendem Elan erklang.

Der Chor trat gegen Ende des Abends mit Ausschnitten aus Bachs festlich gestimmter Kantate „Nun komm der Heiden Heiland“ mit ihrem rhythmisch streng gestalteten Eingangschor hinzu, dem als introvertierter Kontrapunkt der a-cappella-Gesang „O magnum mysterium“ des amerikanischen Zeitgenossen Morten Lauridsen folgte. Ein zarter, harmonisch fein gestrickter Gesang mit etlichen Intonationstücken, die der gut präparierte Chor makellos meisterte. Umso befreiter konnte man sich zum Abschluss des offiziellen Programms Felix Mendelssohn Bartholdys hymnischem Chorsatz „Frohlocket, ihr Völker auf Erden“ widmen. Insgesamt erneut ein rundum gelungener Einstieg in die Weihnachtswoche. Entsprechend begeistert fiel der Beifall des Publikums aus.

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