Aachen - Wegwerfbecher vor dem neuen Tivoli tabu

Wegwerfbecher vor dem neuen Tivoli tabu

Von: Stephan Mohne
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Einweg drinnen, Mehrweg draußen? In der Debatte um die Getränkebecher für den neuen Tivoli hat die Politik jetzt einmütig zumindest für den städtischen Vorplatz Fakten geschaffen. Dort werden Wegwerfbecher laut Pachtvertrag tabu sein. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Vordergründig geht es nur um schnöde Becher wahlweise für Bier, Cola oder Wasser. Doch daran entzündet sich mehr und mehr ein handfester Streit zwischen Aachens Politik und den Verantwortlichen der Alemannia.

Wie berichtet, erwägt der Verein, seine Getränkelogistik vom bisherigen Mehrweg- auf ein Einwegsystem umzustellen. Damit will der Club sich selbst Geld - die Becher werden bislang aus Norddeutschland geliefert und dann wieder zurückgebracht - und nach eigener Aussage auch den Fans das Schlangestehen bei der Rückgabe der Becher sparen.

Der grüne Landtagsabgeordnete Reiner Priggen hatte das als „Rückschritt in das Zeitalter der Ferkelei” bezeichnet, die Stadt hatte dem Plan eine klare Absage erteilt - und die Alemannia klargemacht, dass sie selbst und niemand anders das zu entscheiden habe. Was allerdings nur fürs Stadion selbst gilt.

Und da hat die Politik einen Hebel angesetzt, um das Ganze zu verhindern. Auf dem Vorplatz nämlich werden Einwegsysteme schlichtweg verboten sein.

Der Vorplatz nämlich ist Sache der Stadt - und sein mehrere Millionen Euro teurer Bau wird auch von ihr bezahlt. So hat der Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss am Dienstag hinter verschlossenen Türen ein einmütiges Nein zu Einweggetränken zementiert.

So soll es schwarz auf weiß in den Pachtvertrag geschrieben werden, den die Stadt mit der Alemannia schließt. Der Vorplatz kann von der Alemannia und vom ALRV an maximal 90 Tagen für Veranstaltungen genutzt werden. Dann gibt es auch die Erlaubnis, zum Beispiel Getränkestände dort aufzubauen.

Auch dieses Thema hatte vor geraumer Zeit im Stadtrat für Murren gesorgt, weil das Ansinnen kurzfristig vor der Entscheidung über den Bebauungsplan auf die Tische gelegt wurde. So wurde die Einschränkung gemacht, dass die Buden nach jeder Veranstaltung verschwinden müssen - und zwischen Auf- und Abbau dürfen höchstens 48 Stunden vergehen. Nun steht umgekehrt die Alemannia vor einer verzwickten Entscheidung.

Einweg im Stadion und Mehrweg auf dem Vorplatz? Oder doch weiter überall Mehrweg? Eigentlich wollte der Verein dieser Tage über das neue System Klarheit bekommen. Am Mittwoch hieß es zur neuen Entwicklung auf Anfrage der AZ: „Kein Kommentar.”

Das ganze Thema ist allerdings nur die Fortsetzung einer Reihe ähnlicher Dispute unter dem Stichwort „vollendete Tatsachen”. Da ging es schon um die Größe des Parkhauses, die Finanzierung desselben, den Wegfall einer auf dem Dach ursprünglich vorgesehenen Solaranlage und jüngst um die Verkleidung von Tribüneneinbauten.

Diese sollten eigentlich aus Holz sein, was aber aus Brandschutzgründen doch nicht möglich war. Im Planungsausschuss und im Architektenbeirat wurde eine Alternativverkleidung vorgestellt - in gelb.

Das aber war den Politikern und Architekten dann doch zu viel. Allein: Die Alemannia hatte die Teile nach Informationen unserer Zeitung bereits bestellt.
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