Wedekinds Klassiker ganz neu

Von: Robert Flader
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Pubertät, Liebe und Sexualität: Das „ChaOSTheater” präsentiert „Frühlings Erwachen” von Nuran David Calis. Premiere ist am 13. März im Bürgerzentrum St. Fronleichnam. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Wir wollen mit unserem Drama eine intensive Diskussion in Gang setzen, die Zuschauer sollen sich mit diesem Stück ausgiebig auseinandersetzen”, gibt Richard Okon unmissverständlich die Richtung des neuesten Dramas des „ChaOSTheaters” vor.

„Wir wollen die Probleme Jugendlicher aufzeigen und dem Publikum damit ein Stück weit die Augen öffnen”, so der Leiter der Offenen Tür des Josefshauses. „Frühlings Erwachen!” von Nuran David Calis beschreibt die Geschichte mehrer Jugendlicher mit unterschiedlichem Migrationshintergrund, die im Zuge ihrer Pubertät mit Problemen psychischer Instabilität, gesellschaftlicher Inakzeptanz und sexueller Neugier konfrontiert werden.

Inszeniert wurde das Stück von Reza Jafari, der seit über 30 Jahren auf der Bühne tätig ist und selbst aus dem Iran kommt. „Die Themen Pubertät, Liebe und Sexualität dominieren in diesem Stück und sind gleichzeitig Probleme, die jeden von uns angehen, aber in jeder Kultur anders gehandhabt werden. Oftmals sehr zum Leidwesen der Heranwachsenden.”

Die überwiegend jungen und gleichzeitig hochprofessionell und authentisch auftretenden Darsteller vermittleln schon bei den Proben den Eindruck, als würden sie seit Jahren auf der Bühne stehen. Unter ihnen Lara Weyer, die vorzüglich in der Rolle der pubertierenden Wendla gefällt und dabei ständig in Konflikt mit ihrer Mutter steht, oder etwa Mazdak Tavassoli und Sebastian Miß, die als Liebespaar das sensible Thema Homosexualität unter Jugendlichen gekonnt darstellen.

Jugendliche erreichen

„Wir wollen auch ein Stück weit provozieren”, erklärt Okon. Im Zusammenspiel von künstlerischen Mitteln und sozialpädagogischer Arbeit beleuchtet das „ChaOSTheater” seit gut fünf Jahren die Fragen nach den Ursachen gesellschaftlicher und zwischenmenschlicher Konflikte vor allem im Rahmen der Migrantendiskussion. „Mit dem âChaOSTheaterÔ erreichen wir viele Jugendliche, die sonst nicht ins Theater gehen”, ergänzt Okon.

Ursprünglich ist „Frühlings Erwachen!” ein Stück aus der Jahrhundertwende von Frank Wedekind. Die Probleme der pubertierenden Jugendlichen seien aber größtenteils die gleichen geblieben, ist sich Andrea Weyer, die Wendlas besorgte Mutter spielt, sicher. „Wir haben für unser Stück lediglich die Lebenswirklichkeit heutiger Jugendlicher übernommen, ansonsten ist das Drama nach wie vor absolut zeitgemäß.”

Okon unterstreicht: „Wir haben, in der Tradition des ,ChaOSTheaters, den Migrantenhintergrund der Jugendlichen in den Mittelpunkt gerückt. Es ist ganz klar ein Stück für Jugendliche und Erwachsene. Die Probleme Jugendlicher betreffen auch die eigenen Eltern - egal, welchen kulturellen Hintergrund sie besitzen.”

Premiere feiert „Frühlings Erwachen!” am Freitag, 13. März, 20 Uhr, im Bürgerzentrum St. Fronleichnam, Schleswigstraße 15. Interessierte können sich Karten für jeweils 5 Euro in der Jugend-Buchhandlung Schmetz am Dom oder unter 502209 sichern.
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