Wechselbad der Gefühle beim Aachener Tourismus

Von: Svenja Pesch
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Aachen. „Ein Wechselbad der Gefühle”, so fasst Werner Schlösser, Geschäftsführer des „aachen tourist service e.V.”, das vergangene Jahr im Geschäftsbericht 2011 zusammen. Neben vielen guten Nachrichten gibt es leider auch viele schlechte.

Seit mehr als zwei Jahren ist der Verein durch ein steuerliches Problem belastet. Die Finanzbehörden verlangen nach einer Betriebsprüfung rückwirkend ab dem Jahr 2005 die Umsatzsteuern in Höhe von 16 Prozent und dann 19 Prozent auf den Basiszuschuss, den die Stadt Aachen jährlich an den Tourismus Verein zahlt. Mittlerweile belaufen sich die Gesamtforderungen der Finanzbehörden auf knapp 600.000 Euro. Wie es nun weitergeht müssen die Finanzgerichte entscheiden, und das kann Jahre dauern. Die Frage einer möglichen Insolvenz steht somit immer wieder belastend im Raum.

Hinzu kommt, dass die Stadt sich bisher nicht in der Lage sah, den Basiszuschuss an den Verein um die eventuell fällige Mehrwertsteuer zu erhöhen zu zahlen, weshalb es dem Verein seit dem vergangenen Jahr an rund 100.000 Euro im Budget mangelt. Auch das Eigenkapital und die Rücklagen sind seit 2010 aufgebraucht. Doch damit nicht genug: Da der Verein bereits seit 2007 den Sparkurs fahren muss, konnte jetzt nur noch am Personal gespart werden. Und weniger Personal bedeute weniger Leistungsfähigkeit, was für die gesamte Branche fatal sei. „Tourismusförderung ist Wirtschaftsförderung, diese Binsenweisheit sollen wir uns alle zu Herzen nehmen, und deshalb muss man zunächst einmal Geld in diesen Wirtschaftsbereich investieren, um später mehr Geld zurückbekomme”, erklärt Werner Schlösser.

Doch es gibt auch viel Positives. Aachen knackt wieder einmal den Rekord in punkto Tourismus. Die Beherbergungsbetriebe in Aachen hatten im vergangenen Jahr insgesamt 434.919 Übernachtungsgäste, die für insgesamt 863.770 Übernachtungen verantwortlich waren - mehr als jemals zuvor. Im Vergleich zu den Übernachtungszahlen von 1975 nähert sich Aachen damit sogar der Verdopplung.

Auch in den Hotels der Kaiserstadt wurde der positive Trend weiterverfolgt. Rund 30.000 Hotelgäste mehr und insgesamt 386.392 Gäste konnten letztes Jahr begrüßt werden, ebenfalls mehr als jemals zuvor. Was den Tourismus-Verein besonders freut: Dass mehr als ein Drittel der Übernachtungen in Aachener Hotels von ausländischen Gästen gebucht wurden, was die hohe Internationalität der Stadt zeigt.

Gerade deshalb sind zusätzliche Hotelkapazitäten dringend notwendig, denn die Sicherung des Tages und Kongressgeschäftes ist von enormer Wichtigkeit. Doch die positive Entwicklung des Aachen-Tourismus hat sich allerdings nicht in allen Bereichen gezeigt. Es gibt Rückgänge in der Incoming-Abteilung, die vor allem an den vielen Internet-Reservierungen liegt.
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