Aachen - Weberstraße: Kosten für neue Brücke entgleisen

Weberstraße: Kosten für neue Brücke entgleisen

Von: Thorsten Karbach
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Die Planung nimmt Fahrt auf: Die Brücke über die Bahnlinie an der Weberstraße muss abgerissen und erneuert werden. Die Kostenschätzungen der Bahn erweisen sich nun als Irrtum. Statt 850 000 soll das Bauprojekt nun 1,418 Millionen Euro kosten. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Rechnung der Bahn geht nicht auf – und die Stadt muss mit deutlich höheren Kosten leben. Tatsache ist, dass in der Weberstraße – nur einen Steinwurf vom Luisenhospital entfernt – die Brücke über die Eisenbahngleise abgerissen und neu gebaut werden muss.

Teile der Brücke sind korrodiert, der Zustand ist insgesamt marode. Doch nun zeichnet sich ab, dass der Preis für die neue Brücke die zunächst veranschlagten Kosten von 850.000 Euro – basierend auf Kostenschätzungen der Deutschen Bahn – bei weitem überragen wird. Neue Berechnungen der Abteilung Brückenbau beim Aachener Stadtbetrieb ergeben, dass das Projekt 1,418 Millionen Euro kosten wird, wie Rita Klösges vom städtischen Presseamt bestätigt. Und das, obwohl die Brücke ein „rein technisches Bauwerk“ werde, also auf eine besondere Architektur verzichtet wird. Ein Auftrag über die entsprechende Summe ist Mitte Juni bei der Bauunternehmung Hofschröer in Lingen an der Ems eingegangen.

Es sind richtige Brückenbauprofis, die der Aachener Stadtbetrieb da engagiert hat. Seit 30 Jahren errichtet die niedersächsische Firma überall in Deutschland bemerkenswerte Bauwerke. Sie ist verantwortlich für die 9-Millionen-Euro schwere Schellenbergbrücke in Osnabrück, die Klappbrücke Potshausen über den Fluss Leda (2,97 Millionen Euro), eine eindrucksvolle Fußgängerbrücke am Düsseldorfer Flughafen (464.500 Euro) oder auch die Sanierung der historischen Marstallbrücke in Hannover (226.000 Euro).

Beengte Verhältnisse

Das neue Bauwerk an der Aachener Weberstraße – offiziell heißt es „Brückenbauwerk A016“ – wird dennoch zur Herausforderung: „Als Besonderheit gelten hier beengte Platzverhältnisse“, teilt Hofschröer in einer Projektvorstellung mit. Die Böschungen an den beiden Gleisen auf der Bahnstrecke Aachen-Mönchengladbach sind steil und bewachsen, an beiden Enden der Brücke gibt es dichte Bebauung – auf der einen Seite mit dem Luisenhospital mit seinen rund 350 Betten.

Schon jetzt laufen Bauarbeiten in der Straße. An der Ecke Weberstraße/Wichernstraße wird zumindest noch am Donnerstag die Gasleitung verlegt. „Es sind schon Vorarbeiten für den geplanten Brückenabriss“, erklärt Evelin Wölk vom Presseamt. Im nächsten Jahr sollen dann der eigentliche Abriss und Neubau ausgeführt werden. Während dieser Arbeiten wird die Weberstraße – von der aus auch das Parkhaus des Luisenhospitals angesteuert wird – zwangsläufig an den Bahngleisen unterbrochen. Autos müssen an der Baustelle umkehren, für Fußgänger soll es aber eine Behelfsbrücke geben.

Die meisten Arbeiten werden wohl nachts erfolgen, weil tagsüber der Bahnverkehr nicht unterbrochen werden könne – beziehungsweise weil die Stadt sich einen Schienenersatzverkehr nicht leisten kann. Die nächtliche Abriss muss am Fahrplan der Bahn ausgerichtet werden. Viel mehr als vier Stunden Zeit am Stück wird es kaum geben. Auch das ist eine Herausforderung – für Bauleute wie auch Anwohner und Patienten im Krankenhaus. Aber auch hier gibt es offensichtlich keine Alternative. Die Kosten sind jetzt schon wesentlich höher als erwartet.

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