Aachen - Wasser fließt, der Verkehr zunächst nicht

Wasser fließt, der Verkehr zunächst nicht

Von: Jan Mönch
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Kostspieliges Ausbessern: Dami
Kostspieliges Ausbessern: Damit der Bahnhofsvorplatz nicht mehr unterspült wird, müssen Drainagen gelegt werden. Die Kosten für die Bauarbeiten belaufen sich auf 190 000 Euro. Foto: Michael Jaspers

Aachen. „Temporär auftretendes Schichtenwasser” ist schuld an der neuesten Baustelle im Stadtbild. Prominent platziert, wartet diese seit Montag gleich vor dem Hauptbahnhof auf: In Richtung Normaluhr kann der Verkehr dort momentan lediglich einspurig fließen.

Der Untergrund ist da freigelegt worden, wo sich bis vergangenen Sonntag noch die Haltespur für die Aseag befand. Die Busfahrer der roten Flotte lassen ihre Fahrgäste nun rund 50 Meter weiter Richtung Normaluhr ein- und aussteigen. Da die improvisierte Haltestelle immerhin elf Buslinien bedienen muss, fällt die rechte Fahrspur für den Verkehr somit auch dort praktisch weg.

Worum aber handelt es sich bei „Schichtenwasser”? Der Begriff stammt aus einem geotechnischen Gutachten und bezeichnet Regenwasser, dass hinter dem Hauptbahnhof - also über Burtscheid - niedergangen ist. Ins Grundwasser versickern kann es aufgrund der Gegebenheiten des Untergrunds nicht, wie Axel Costard vom Presseamt erläutert. Wegen der Hanglage Burtscheids drängt das verhinderte Grundwasser stattdessen in Richtung Stadtmitte und unterspült unterwegs den Bahnhofsvorplatz.

Ein Problem ist dies erst, seit die Stadt vor sechs Jahren den Bahnhofsvorplatz für 2,6 Millionen Euro umgestalten lassen hat. Die neue Oberfläche des Platzes ist der Kraft des Schichtenwassers offenbar nicht gewachsen, was sich laut Costard zum ersten Mal vor rund zwei Jahren äußerte - durch aus den Fugen gedrückte Bordsteine und „schwimmende” Bodenplatten. Entscheidend ist allerdings, dass das Schichtenwasser „temporär” auftritt und nicht andauernd. In dem Falle nämlich hätte das Problem schon während der Bauarbeiten erkannt werden müssen. „Die Baustelle lag aber mehrere Wochen lang offen, ohne dass Wasser eingelaufen ist”, sagt Costard - somit habe es seinerzeit keinerlei Anhaltspunkte für das nun akute Problem gegeben.

Ab in die Kanalisation

Dem soll nun mit Drainagen Abhilfe geleistet werden, die das Wasser in die Kanalisation leiten. 190.000 Euro muss die Stadt sich die Maßnahme kosten lassen. Verkehrsbehinderungen sind bis voraussichtlich Ende Mai im Preis inbegriffen, denn damit das Wasser vernünftig abfließen kann, muss der Autoverkehr exakt darauf erst einmal verzichten.

Ein Gutes allerdings hat die Angelegenheit. Und zwar wird der Bahnhofsvorplatz in einem Aufwasch in Sachen Behindertengerechtigkeit auf Vordermann gebracht: Mit sogenannten „taktilen Leitstreifen” auf dem Pflaster, die Bürgern mit Sehbehinderung die Orientierung erleichtern.
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