Was persönliche Gegenstände über uns als Individuum aussagen

Von: Aljona Hartstock
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Ausstellung im  Raum für Kuns
Ausstellung im Raum für Kunst: Der französische Fotokünstler Jean-Michel Crapanzano nähert sich den Menschen und den Gegenständen, die sie ausmachen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Woran kann man die Identität eines Menschen festmachen? Oft werden in diesem Zusammenhang die Sprache, die kulturelle Zugehörigkeit zu einer Gruppe und die verschiedenen sozialen Rollen in unserem Leben genannt - meist sind es abstrakte Kriterien, die einer Auslegung bedürfen. Der französische Künstler Jean-Michel Crapanzano nähert sich der Frage auf eigene Weise.

Er lichtet Personen mit ihren persönlichsten Gegenständen ab.

Bedeutsame Gegenstände

Seiner Aufforderung folgend kamen Menschen - meist Holländer oder Franzosen - in sein Büro bei Heerlen und brachten für sie bedeutsame Gegenstände mit. Manchmal waren es Dinge, die mit einer wichtigen Erinnerung verbunden sind, andere Male repräsentierten sie einen Wunsch oder ein Lebensziel.

Oft brachten die Personen Bücher, Fotos und Kleidung, aber auch eine Fritteuse oder Spiegel waren dabei. Crapanzano ließ die Modelle sich auf den Boden legen und arrangierte die Gegenstände um sie herum; dann schoss er ein Foto.

„Das ist eine sehr originelle Idee”, sagt Sabine Bücher, Kuratorin von „Raum für Kunst”. Die Kulturinitiative der Sparkasse Aachen fördert Künstler aus der Euregio. Sie hat Crapanzano eingeladen, seine Werke im Raum für Kunst in der Elisengalerie auszustellen. Die Ausstellung heißt „Ex-Voto” in Anlehnung an so genannte Votivgaben für Heilige und Gottheiten.

Abgeschlossen ist das Projekt aber noch lange nicht. Crapanzano hat vor, so viele Länder wie möglich zu bereisen und noch mehr dieser persönlichen Porträts zu schießen. Der Künstler geht mit „Ex-Voto” aber noch weiter: Er kratzt gern an der Oberfläche von Gesellschaften.

Massenmedien zeigten nicht die Realität und auch Politiker tendierten dazu, einzelne Ereignisse oder Personen herauszupicken und sie für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Crapanzano versucht in seinen Werken jedoch, die unterschiedlichen Schichten einer Gesellschaft darzustellen.

Es sei ihm wichtig, neue Dinge auszuprobieren. Mit seinen Werken möchte Crapanzano zu einem Dialog zwischen Menschen anregen. „Wenn zwei Menschen vor einem meiner Bilder ins Gespräch kommen und sich anschließend über etwas anderes weiter unterhalten, dann habe ich mein Ziel erreicht”. Noch bis zum 17. Märzzu besichtigen

Die Ausstellung „Ex-Voto/Invisible Empire” kann vom 11. Februar bis 17. März besucht werden. Während der Ausstellung ist es auch möglich, einen kostenlosen Katalog mit den Werken des Künstlers zu erhalten.

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