Aachen - Was ist los mit Mama? „AKisiA“ hilft Kindern seelisch kranker Eltern

Was ist los mit Mama? „AKisiA“ hilft Kindern seelisch kranker Eltern

Von: Maximilian Grönegräs
Letzte Aktualisierung:
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Seite an Seite in Sachen „AKisiA“: Andrea Weyer und Andrea Valdivia (beide Kinderschutzbund) sowie Sigrid Reimann und Hartwig Hillebrand (beide Lions Club Aquisgranum). Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Was ist los mit Mama oder Papa?“ Fragen wie diese können Kinder von Eltern mit einer psychischen Erkrankung sehr schwer belasten. Der Kinderschutzbund Aachen versucht sie mit seinem Angebot „AKisiA“ so gut wie möglich zu beantworten.

Das Programm steht unter dem Titel „Auch Kinder sind Angehörige“ und existiert seit 2008. Es ist sowohl für Kinder und Jugendliche, als auch für deren psychisch erkrankte Eltern und andere Angehörige und Bezugspersonen ausgelegt. Der Lions Club Aachen Aquisgranum unterstützt das Projekt bereits seit mehreren Jahren, in diesem Jahr mit einem Betrag in Höhe von 10.000 Euro.

Andrea Valdivia, Ansprechpartnerin von „AKisiA“, erklärt die Einzelheiten des Programms: „Der erste und wichtigste Schritt ist immer, ein direktes Vertrauen zu den Kindern und Jugendlichen aufzubauen“. Dazu werden Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren in vier- bis sechsköpfige Gruppen aufgeteilt. In diesen werden, verbunden mit möglichst viel Spiel und Spaß, Kenntnisse über die menschliche Psyche, so wie verschiedene psychische Erkrankungen erarbeitet.

„Wir versuchen vor allem, den Kindern eine Sprache näher zu bringen, mit denen Sie ihre Gefühle ausdrücken können“, schildert Valdivia. Die meisten Kinder verfügen nicht über das nötige Vokabular, um die Probleme ihrer Eltern aus ihrer Sicht zu beschreiben. Deswegen können sie auch nicht von sich aus Fragen darüber stellen. „Sehr hilfreich ist hier die Arbeit mit Symbolen“, beschreibt Valdivia. Sie benutzt Stofftiere, um verschiedene Gefühle darzustellen. Diese sollen dann als Vermittlung zwischen Eltern und Kind dienen.

Valdivia erzählt von einer an Schizophrenie erkrankten Mutter, die für ihren jungen Sohn zeitweise überhaupt nicht mehr ansprechbar sei. Der Junge habe seine Mutter in diesem Zustand mit einer unbeweglichen Schildkröte verglichen, die in ihrem Panzer gefangen sei. „Metaphern wie diese halfen Mutter und Sohn sehr, um sich gegenseitig zu verstehen.“ In diesem Zusammenhang lobt Valdivia auch vor allem den Animationsfilm „Alles steht Kopf“, in dem verschiedene Gefühle anschaulich durch Figuren verkörpert werden.

„AKisiA“ arbeitet eng mit einigen Erwachsenenpsychatrien zusammen, die von den Gruppen besucht werden können. Die Kinder bereiten dann ihre persönlichen Fragen vor und dürfen mit selbst gebasteltem Mikrofon in der Hand in den Einrichtungen rasende Reporter spielen. So sollen sie mehr über psychische Krankheiten lernen und wie genau diese behandelt werden können.

„Wir möchten Kinder und Jugendliche unterstützen, die unter der psychischen Erkrankung ihrer Eltern mitleiden“, erklärt Hartwig Hillebrand vom Lions Club Aachen Aquisgranum. Der seit 1989 bestehende Verein fördert verschiedene soziale Projekten in Aachen und der Umgebung finanziell.

Der bedeutendste Anteil der Spendengelder wird durch eine alljährliche Sammelaktion für nicht mehr benötigtes Zahngold gewonnen. Zahlreiche Zahnärzte und -ärztinnen sowie Zahnarzthelferinnen aus dem Aachener Raum überzeugen dabei ihre Patienten, ihre alten Plomben, Kronen und Brücken für wohltätige Zwecke zur Verfügung zu stellen. So kann man also selbst mit seinem altem Zahngold noch etwas Gutes tun.

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