„Was Ihr wollt“: Das Da Theater zeigt Shakespeare in Burg Frankenberg

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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„Was Ihr wollt“ in der Burg Frankenberg: Der englische Klassiker wird in der Frankenburg inszeniert. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Die Zeichen sind eindeutig: Die Sonne blitzt, die Picknickdecken-Dichte rund um die Burg Frankenberg nimmt zu, die Kleintransporter mit dem Logo des Das Da Theaters haben Position im Viertel bezogen – die Burgsaison wird Donnerstag mit Shakespeares „Was ihr wollt“ eröffnet. Bis Ende Juli wird das siebenköpfige Ensemble 40 Mal die Ränkespiele im Land Illyrien spielen.

Dafür konnte das Das Da Theater jetzt eine ganz neue Perspektive im Burghof erschaffen. Durch die Wegnahme einer kleinen Grünfläche durch die Frankenbürger wurde der Platz unterhalb des eckigen Turmes frei – perfekte Bühne für das Verwirrspiel um Herzog Orsino (Marc-Andree Bartelt) und Gräfin Olivia (Lina Kmiecik). Die Bühnen- und Kostümbildner Frank Rommerskirchen (Entwürfe) und Nadine Dupont (Umsetzung) haben eine Spielfläche mit drei Ebenen geschaffen: In einem angebauten Burgteil residiert der liebestolle Orsino und hofft, dass Olivia sein Werben erhört.

Das Reich der Gräfin ist der benachbarte Burgturm, in dem sie abgeschirmt von Malvolio (Wolfgang Kramer) tief in die Trauer um ihren Vater und ihren Bruder verstrickt ist. Dazwischen ist das Reich der Dienerschaft, bestehend aus Narr (Malte Sachtleben), Kammermädchen Maria (Regina Winter) und Viola (Lisa-Marie Seidel), die sich nach einem Schiffbruch, bei dem sie von ihrem Bruder Sebastian (Jan Westphal) getrennt wird, zum Schutz als Mann verkleidet und als Cesario in den Dienst des Herzogs tritt.

Olivia verliebt sich schließlich in den Liebesboten Cesario alias Viola, diese hegt wiederum Gefühle für Orsino und Malvolio glaubt nach einem bösen Streich von Narr und Maria, dass seine Herrin in ihn verliebt ist. Eine typisch seichte Verwechslungskomödie von Shakespeare? Mit Nichten, meint Intendant Tom Hirtz, der die Regie übernommen hat: „Alle Figuren haben eine große Tiefe.“ Die hat Achim Bieler in einer eigenen Textfassung noch verstärkt und das Stück auf 75 Minuten gekürzt – entsprechend tempo- und konfliktreich geht es im Burghof zur Sache. Gleichzeitig gibt es verwirrende Momente des Anhaltens, fast schon Einfrierens.

Das böse Spiel steht dabei in seltsamen Kontrast zur romantischen Aufmachung von Bühne und Kostümen. „Wir bleiben in der Shakespeare-Sprache und haben historische Kostüme, aber die Darstellung ist heutig“, versprach Hirtz einen modernen Theaterabend. „Natürlich ist es ein großer Spaß, aber manchmal kippt das Ganze fast schon in Sadismus.“

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