Aachen - „Was-glaubst-du?“-Projekt am katechetischen Institut

„Was-glaubst-du?“-Projekt am katechetischen Institut

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Klangfäden und Textfäden kunstvoll verwoben: Das Duo „Carolin No“ (Carolin und Andreas Obieglo) sowie Autor Rainer Oberthür (links). Foto: Anja Röhrig

Aachen. Das Singer-Songwriter-Duo „Carolin No“ begeisterte zum vierten Mal in Aachen, aber, so verriet die begnadete Sängerin Carolin Obieglo: „Diesmal ist alles anders!“ Denn sie und ihr Ehemann Andreas kamen ins Katechetische Institut an der Eupener Straße zur Premiere ihrer „Konzert-Lesung“ zum „Was-glaubst-du?“-Projekt, das Autor Rainer Oberthür mit ihnen ins Leben gerufen hat.

Nachdem das gleichnamige Buch mit CD im Oktober im Kösel-Verlag erschienen ist, kamen nun die „Briefe und Lieder zwischen Himmel und Erde“ erstmals auf die Bühne. Und tatsächlich wurden Klangfäden und Textfäden kunstvoll zu einem tragenden, aber offenen Netz aus Menschheits- und Glaubensfragen verwoben. Das Spiel mit dem Hin und Her von Texten und Tönen eröffnete ein thematisch vielfältiges Kaleidoskop von Fragehorizonten und Antwortperspektiven.

Die Fragebriefe von Neun- bis Dreizehnjährigen und persönliche Antwortbriefe von Rainer Oberthür reichten von der Eingangsfrage „Warum stelle ich eigentlich Fragen?“ und dem Lied „Ehrlich gesagt“ über jemanden, der sinnlos vor sich hinlebt, bis zur Frage „Was ist das Wichtigste im Leben?“, auf die auch das Lied „Loveland“ eine Antwort gab. Dazwischen lagen unter anderem Fragen nach dem Anfang, nach Gut und Böse, nach dem Menschen und der Rolle der Religion in der Welt.

In hoher emotionaler und substanzieller Dichte entwickelte sich ein kongeniales Zusammenspiel von Klang und Wort mit außerordentlicher Resonanz. Die geschickte Dramaturgie eröffnete immer neue Bezüge, etwa von der Frage nach dem Glück im Leben zum Lied vom ganzjährigen „November“, auf den irgendwann der Frühling folgt.

Aus der dortigen Liedzeile „glauben, nicht verstehen“ entwickelte sich die Frage „Ist Glauben weniger oder mehr als Wissen?“, die in ein einziges Plädoyer für einen Glauben mit Herz und Verstand mündete: „Nicht jeder glaubt an Gott, aber niemand glaubt an nichts. Ich glaube an Gott, und zwar auch deshalb, weil ich denke. Und weil ich glaube, komme ich mit dem Denken nie an ein Ende“, las Rainer Oberthür.

Auch die Musik selbst wurde zum Thema: Dem Gesang „Ohne Worte“ folgte in Worten ein Loblied der Musik, die wie nichts anderes das Unsagbare zur Sprache bringen kann, was der an Klavier und Gitarren virtuose Andreas Obieglo eindrucksvoll erfahren ließ.

Mit außerordentlicher Aufmerksamkeit folgten an beiden Abenden insgesamt 250 Menschen berührt und nachdenklich den Tönen und Texten, um sich am Ende mit herzlichem Applaus stehend zu bedanken. Das Premierenwochenende – eine dritte Vorstellung fand in Köln statt – ist aber nur der Anfang, denn dieses Programm führt die drei im Mai kommenden Jahres nach Hildesheim, Hardehausen und Essen, nach Münster zum Katholikentag sowie im Oktober nach Wien, Linz, Passau und München.

Und am 5. Mai 2018 kommen „Carolin No“ wieder mit Band nach Aachen.

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