„Was für ein Theater“: Eine außergewöhnliche Rollenverteilung

Von: Svenja Pesch
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Im Vordergrund stehen Begegnungen: Bei der Auftaktveranstaltung des Projekts „Was für ein Theater“ zeigten bereits viele Besucher Interesse an der inklusiven Gruppe. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Manchmal beginnen Karrieren auf den sprichwörtlichen Brettern, die die Welt bedeuten, in eher unscheinbaren Räumen. So wie im gemütlichen Café Life der Lebenshilfe. Hier versammelten sich anlässlich der Auftaktveranstaltung des Projektes „Was für ein Theater“ viele Besucherinnen und Besucher jeden Alters.

Mikel Ulfik und seine Frau Tina Kukovic-Ulfik vom SoSH-Theater, blickten in neugierige und erwartungsvolle Gesichter. Was allerdings in den kommenden Monaten genau passieren wird, wissen weder die beiden noch Jennifer Sieprath vom KoKoBe. Denn mit dem Konzept „Was für ein Theater“ betreten die Akteure in dieser Form Neuland.

„Wir haben uns zusammengefunden, um eine inklusive Theatergruppe zu gründen. Menschen mit und ohne Behinderung sollen gemeinsam Theater spielen“, berichtete Mikel Ulfik, der Jennifer Sieprath für sein Vorhaben sofort begeistern konnte. Das Trio lud deshalb zu einem ersten Kennenlernen ein. „Es kann jeder mitmachen, der mindestens 16 Jahre alt ist. Viele Menschen mit Handicap haben sich eine Theatergruppe gewünscht und ich freue mich, dass wir nun einen Versuch starten“, so Sieprath.

Im Vordergrund stehen Begegnungen und der gemeinsame Schaffensprozess eines eigenen Stückes, wie Tina Kukovic-Ulfik betonte. „Bis Ende dieses Jahres sind wir in der Findungsphase und hoffen dann, dass wir einen festen Stamm an Schauspielern haben, mit denen wir im Folgenden ein konkretes Stück selbst entwickeln und proben können.“

Im Rahmen von Workshops werden die Teilnehmer in den Bereichen Stimme, Bühnenpräsenz, Bewegung und Selbstbewusstsein geschult. Die individuelle Kreativität steht dabei im Vordergrund. „Jeder agiert hier in dem Rahmen, in dem es ihm persönlich möglich ist. Wir möchten das inklusive Theaterspiel fördern und Talente entdecken sowie weiterentwickeln“, ergänzte Ulfik. Das niedrigschwellige Angebot lädt auch Menschen mit Migrationshintergrund zum Mitmachen ein.

Gabi Kaltenberg war sich bei der Auftaktveranstaltung noch nicht sicher, ob sie wirklich dauerhaft schauspielern möchte. „Heute werde ich einfach mal reinschnuppern und schauen, ob das etwas für mich ist. Bisher habe ich noch keine Theatererfahrung gesammelt. Mal schauen, was gleich in den ersten Workshops passiert“, erzählte sie. Kokovic-Ulfik berichtete, welche Möglichkeiten man beim Schauspiel hat und wie die eigene Bühnenpräsenz optimiert werden kann. Im Gegensatz zu Kaltenberg ist Manuel schon ein alter Hase, was das Theater spielen angeht. „Ich habe schon mal in einem James-Bond-Stück mitgespielt sowie bei einer Sherlock-Holmes Aufführung. Mir macht Theater großen Spaß. Vor allem reizt es mich, dass Menschen mit und ohne Behinderung zusammen agieren“, betonte er.

Die Akteure hoffen nun, dass sich die inklusive Gruppe in der kommenden Zeit zusammenfindet und dass man schon Ende nächsten Jahren das erste selbst konzipierte Stück der neuen Theatergruppe „Was für ein Theater“ einem breiten Publikum präsentieren kann.

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