Aachen - Was für ein Schuljahr! Und jetzt ab in die Ferien

Was für ein Schuljahr! Und jetzt ab in die Ferien

Von: Thorsten Karbach
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Aachen. Zum Abschluss bekam auch der Schulleiter sein Zeugnis. Es war – dem Anlass gebührend – voller Bestnoten, schließlich hatte Berthold Winterlich 15 Jahre am Anne-Frank-Gymnasium in leitender Funktion gewirkt. Was er bewirkt hatte, bekam er am Freitag – nach der offiziellen Verabschiedung am Vorabend – von seinen Schülern noch einmal vor Augen geführt.

Und in denen wurde dann auch die eine oder andere Träne gesichtet. Bei den mehr als 20.000 Aachener Schülern sind es wohl eher Freudentränen, die den Weg aus der Schule begleiten – schließlich liegen jetzt sechs Wochen Sommerferien vor ihnen. Und ein ereignisreiches Schuljahr liegt hinter den Schülern, Lehrern und Schulleitern. Ein Rückblick:

Doppel-Abi: Es war mit Spannung erwartet worden, das Jahr, in dem gleich zwei Jahrgänge Abitur machen werden – der letzte nach neun Jahren und der erste nach nur acht Jahren. Das führte die Schulen an ihre Grenzen, vor allem logistischer Natur. Es wurden mehr Prüfungen denn je abgehalten, dafür mussten mehr Räume her, mehr Lehrer für die Aufsicht eingebunden werden und, und und. „Es war eben alles doppelt so viel“, erklärte beispielsweise Christian Fengler, Oberstufenkoordinator des Couven-Gymnasiums. Den Schulen muss man für diese Organisation letztlich ein gutes Zeugnis ausstellen, keine Klagen waren zu vernehmen. Die fielen diesmal übrigens auch im März deutlich geringer als in Vorjahren aus: Da feierten die noch angehenden Abiturienten ihren letzten Schultag mit den obligatorischen Mottotagen. Und es waren an jeder Schule zwei Jahrgänge...

Anmeldezahlen: Aachens Gymnasien sind so beliebt wie nie zuvor. Jedenfalls die meisten. Denn trotz rückläufiger Schülerzahlen wurden 1246 Kinder an zwölf Aachener Gymnasien angemeldet. 2012 waren es 1231, 2011 1219 und 2010 1195.

Die Gesamtzahl der Schüler, die an eine weiterführende Schule wechseln, sinkt dagegen weiter. 2210 Kinder sind es im Sommer, im Vorjahr waren es noch 2242, 2011 sogar 2355. Die Schulverwaltung spricht von einer „auffälligen Entwicklung“. Konsequenzen haben die Anmeldezahlen an den weiterführenden Schulen aber erst einmal keine. An den Grundschulen sieht die Situation wohl anders aus: Das Schulhaus Barbarastraße wird mangels Anmeldungen wohl keine Zukunft haben.

Schulschließungen: Aachens Schullandschaft verliert unabhängig der aktuellen Anmeldezahlen fünf Schulen – zumindest auf dem Papier. Denn die Förderschule Beginenstraße wird zwar geschlossen, das Schulhaus aber als Zweigstelle der Förderschule Am Rödgerbach (Förderschwerpunkt Lernen) bestehen bleiben. Zum Rödgerbach ziehen dann ebenso die Kinder der Schulen am Kennedypark und Am Kurbrunnen. Das war nach langem Hin und Her aufgrund der rückläufigen Schülerzahlen im September in einer Werkstatt auf den Weg gebracht worden.

Für die Gemeinschaftsgrundschule Kronenberg ist ebenfalls Schluss. Der letzte Jahrgang verlässt die Schule, in das Gebäude soll eine U3-Kindergartengruppe einziehen. Ebenfalls Schluss ist für die Klaus-Hemmerle-Schule – und zwar frühzeitig.

Die Hauptschule an der Franzstraße nimmt ebenso wie die Hauptschule in Eilendorf, die Sekundarschule am Kronenberg und die David-Hansemann-Realschule keine Kinder mehr auf. Die Schülerzahl an der Franzstraße war nun derart gering, dass das die Kinder der katholischen Hauptschule das große Kreuz aus dem Schulgebäude ins benachbarte Haus Aurelius trugen. Ihre Zukunft liegt jetzt auf dem Kronenberg. Die Neuner wechseln samt Klassenlehrerin dorthin.

Sitzenbleiben: Und da war sie, die große Debatte für und wider das Sitzenbleiben. Angestoßen wurde sie – natürlich – von der Politik, kontrovers diskutiert im März auf allen Ebenen. Ohne Sitzenbleiben arbeitet in Aachen die Freie Waldorfschule. Und deren Lehrer Christian von Wernsdorff weiß warum: „Ich war auch an einem Gymnasium und erinnere mich noch, wie sich das anfühlte, wenn einer aus einer höheren Klasse kam und was der für ein Image hatte. Er galt erstmal als Looser für uns“, erklärte er. Darüber diskutierte von Wernsdorff in der AZ übrigens mit dem am Freitag verabschiedeten Anne-Frank-Leiter Berthold Winterlich.

Abschied: Der ist nicht der einzige Schulleiter, der im abgelaufenen Schuljahr in den Ruhestand gegangen ist. Auffallend viele Personalwechsel gab es an den weiterführenden Schulen. Manfred Paul wurde im Januar an der Hauptschule Aretzstraße verabschiedet. Josefine Marsden wurde nun am Gymnasium St. Ursula von Patrick Biemans quasi aus den eigenen Reihen beerbt. Anfang April starb der Leiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, Klaus Becker, nach schwerer Krankheit.

Der Generationenwechsel auf den Rektorensesseln wird nächstes Jahr weitergehen. Laut Frank Stabler von der Pressestelle der Bezirksregierung sind sechs Leiterstellen von Mitte 2013 bis Anfang 2015 neu zu besetzen. Darunter ist auch noch die von Berthold Winterlich. Ihm folgt – zunächst kommissarisch – sein Stellvertreter Klaus Busse. Für beide gilt wie für alle Schüler, Lehrer und Schulleiter: Schöne Ferien!

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