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Warum ist Rückennummer 88 auf dem Spielfeld tabu?

Von: Andreas Steindl
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Rote Karte dem Rassismus im Fußballverein: von links Benjamin Folkmann und Gerd Wagner (beide Deutsche Sportjugend), Alfred Vianden (Präsident FV Mittelrhein), Hans Georg Suchotzki (Sportamt Aachen) und Frithjof Kraemer (Geschäftsführer Alemannia). Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Es gibt immer wieder Verrückte, die den Fußball als Bühne nutzen”, bringt der Präsident des Fußball-Verbandes Mittelrhein (FVM), Alfred Vianden, das Problem direkt auf den Punkt. Diskriminierung und Rassismus sind auch heute leider noch ein Thema im Fußball.

Obwohl unter den rund 330.000 Mitgliedern des FVM zahlreiche Sportler ausländische Wurzeln haben, kommt es dennoch immer wieder zu Übergriffen oder Anfeindungen.

Um dem entgegenzutreten, ist Aachen Gastgeber der vierten Regionalkonferenz „Vereine stark machen im Westen - Was tun gegen Diskriminierung und Rassismus im Fußballverein?” des FVM. Auf der Konferenz treffen Trainer, Spieler, Manager und Schiedsrichter aufeinander, um in verschiedenen Workshops sensibilisiert zu werden: „Es gab schon Spieler, die mit der Rückennummer 88 aufgelaufen sind. Die Verantwortlichen kennen oft die Symbolik nicht”, erklärt Vianden. Aber auch die Möglichkeiten der Fanarbeit in unterklassigen Vereinen und der Umgang mit rechtsradikalen und gewalttätigen Anhängern soll aufgezeigt werden.

Gewalt vorbeugen

Angesprochen werden bei diesem Projekt hauptsächlich die Amateurvereine. Allerdings will und kann sich Alemannia Aachen als einer der größten und erfolgreichsten Vereine der Region natürlich dem Thema nicht verschließen: „Bei Spielen am Tivoli hatten wir schon lange kein Problem mehr mit Gewalt. Aber bekannte Gruppierungen bewegen sich dennoch auch in unserem Stadion. Daher wollen wir Gewalt vorbeugen und uns ins Aachener Netzwerk integrieren”, erklärt der Geschäftsführer von Alemannia Aachen, Frithjof Kraemer, die Beweggründe des Vereins, sich in die Veranstaltung einzubringen.

Auch die Stadt Aachen sagte ihre Unterstützung direkt zu, nicht nur weil sie in letzter Zeit öfter ungewollt mit dem Thema Rechtsradikalismus konfrontiert wurde. Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden wird daher die Veranstaltung persönlich am 30. Januar im Krönungssaal des Rathauses eröffnen. „Es darf keine Ausschreitungen gegen Schiedsrichter geben, Sport muss friedlich und fair stattfinden”, unterstreicht auch der Leiter des Sportamtes, Hans-Georg Suchotzki.

70 Teilnehmer schon im Boot

„Über 70 Teilnehmer haben bereits zugesagt”, ist Benjamin Folkmann, Vorstandsmitglied der Deutschen Sportjugend, über die positive Resonanz dann auch erfreut. Wichtig ist den Veranstaltern dabei die Multiplikatorenwirkung. Damit es den Teilnehmern leichter fällt, praktische Tipps weiterzugeben, hat das „Bündnis für Demokratie und Toleranz” die Broschüre „11 Fragen nach 90 Minuten” herausgegeben. Und ab April wird auch ein Teil der Aktion für jeden sichtbar: auf zahlreichen Citylights wird gegen Gewalt im Fußball plakativ demonstriert.
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