Aachen - Warum Asha nicht zur Schule gehen darf

Warum Asha nicht zur Schule gehen darf

Von: Birgit Broecheler
Letzte Aktualisierung:
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Ausstellung, die zum Anpacken einlädt: Integrationsbeauftragte Heidi Ernst, Samia Benaissa (Kommunales Integrationszentrum), Gleichstellungsbeauftragte Roswitha Damen, Daniela Jansen (MdL) Andrea Kox (Plan Aktionsgruppe Aachen) und Gamy Jimael Ali bei der Eröffnung von „Weil wir Mädchen sind...“. Foto: A. Schmitter

Aachen. Asha ist 13 Jahre alt und wohnt in einem kleinen Dorf in Indien. Für ihren Schulweg braucht sie zwei Stunden zu Fuß. Aber das war einmal, denn als Mädchen durfte sie sowieso nur zwei Jahre zur Grundschule gehen. Jetzt kümmert sie sich um den Haushalt, während ihre Brüder den Unterricht besuchen. Ganz ähnlich geht es Djenebou aus Mali und Yoselin aus Ecuador.

Die Geschichten dieser drei Mädchen sind bis zum 2. Februar in der Ausstellung „Weil wir Mädchen sind…“ in der Nadelfabrik, Reichsweg 30, zu sehen. Die Schicksale von Asha, Djenebou und Yoselin stehen exemplarisch für die vielen hunderttausend Mädchen und Frauen, die weltweit unter Gewalt und sozialer oder sexueller Unterdrückung leiden. In Filmen, Hörbeiträge n und auf Texttafeln erzählen die Mädchen über ihren Alltag mit der Familie, in der Schule und in der Gemeinde. Und sie berichten auf eindringliche Weise auch, was anderen Mädchen passiert.

Lebendig vermittelt werden die Lebenswelten der drei Mädchen durch interaktive Stationen, die zum Mitmachen und Mitmischen einladen. So können Besucher am Schicksalsrad drehen und erleben, was es bedeutet, in einem Entwicklungsland geboren zu sein. An einer weiteren Station darf ein Wassereimer auf dem Kopf balanciert oder Hirse gestampft werden. Auch Tattoos malen und Stoffe weben sind Bestandteil der Schau. „Kinder leiden stets am meisten unter Krieg und Not“, sagte Schirmherrin und SPD-Landtagsabgeordnete Daniela Jansen bei der Eröffnung der Ausstellung am Samstag. „Aber die Einschränkungen für Mädchen in Krisengebieten sind größer als für Jungen, vor allem, wenn es um Bildung und Nahrung geht“, so die Vorsitzende des Landtagsausschusses für Frauen, Gleichstellung und Emanzipation.

Nicht Mitleid erregen, sondern zum Nachdenken bewegen soll die Schau. Das hofft zumindest das Kinderhilfswerk Plan Deutschland, das die Ausstellung organisiert und seit 2006 damit durch Deutschland, Österreich und die Schweiz tourt. „Es geht darum, Lösungswege aufzuzeigen, damit Mädchen überall die gleichen Chancen haben wie Jungen“, so Marc Tornow von Plan Deutschland. „Und darum, den Teufelskreis aus Frühverheiratung, schneller Schwangerschaft und Bildungsarmut zu durchbrechen“, ergänzte Regina Großmann, Koordinatorin der Plan-Aktionsgruppe Aachen. Auf die spannende Reise über mehrere Kontinente dürfen sich längst nicht nur Mädchen ab acht Jahren begeben. Sie ist vielmehr auch für Jungen, Familien, Jugend- und Schulgruppen gedacht. Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Programm von Lesungen, Filmvorführungen und Workshops begleitet. Vorleser sind unter anderem Oberbürgermeister Marcel Philipp und Bürgermeisterin Hilde Scheidt.

Öffnungszeiten: mon­tags bis mitt­wochs 9 bis 16 Uhr, don­ners­tags 9 bis 19 Uhr, frei­tags 9 bis 13 Uhr sowie sonn­tags 11 bis 17 Uhr.

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