Wartende Eltern lassen Kita-Statistik schlecht aussehen

Von: Thorsten Karbach
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Für jedes Kind ein Platz im Kindergarten: Das Angebot der Stadt Aachen ist umfangreich. Dennoch gibt es 2125 Kinder, die keine Kita besuchen. Dafür wirbt die Stadt „massiv” für ihre Kitas. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Die „Familienüberzeugten” sind im Fachbereich Kinder, Jugend und Schule unbekannte Wesen. Die Studie „Kinderbetreuung in der Familie” des deutschen Jugendinstituts und der TU Dortmund hatte nun verkündet, dass es immer noch rund fünf Prozent Familien gibt, die Kindertagesstätten nicht vertrauen und die „künstlichen Kinderwelten” ablehnen und die Kinder bis zur Einschulung in den eigenen vier Wänden behalten.

Bei den Aachener Fachleuten gibt es keine Statistik über diese Familien, aber man ist überzeugt, dass sie die Ausnahme sind. „Dieses Problem haben wir nicht. Wir machen massiv Werbung für unsere Kitas und zeigen, wie gut unsere Kita-Landschaft aufgebaut ist”, sagt Björn Gürtler vom städtischen Pressebüro.

Zahlen gibt es natürlich auch. 2125 von 7794 Kindern im Kindergartenalter (drei bis sechs Jahre) besuchten Ende Januar 2009 keine Kindertagesstätte. Das bedeutet im Umkehrschluss das 72,7 Prozent eine Kindertagesstätte besuchen. Klingt im ersten Moment wenig. Ist es aber nicht. „Das ist keineswegs alarmierend”, sagt Gürtler. Denn noch immer melden viele Eltern ihre Kinder mit dem Schuljahresbeginn in Kindertagesstätten an.

Die Stadt lockt diese Kinder mit dem beitragsfreien Jahr ab dem 3. Geburtstag. „Wir hoffen, dass wir immer noch mehr Kinder für die Kindertagesstätten gewinnen”, sagt Gürtler. Eltern seien bisweilen aber auf eine spezielle Einrichtung fixiert und warten schlichtweg auf einen Platz in der Kita X oder Kita Y. Dieses Warten wirkt sich dann negativ in auf die Statistik aus. Die Eltern sind aber in jedem Fall gewillt, das Kind in die Obhut der Kindergartenerzieher zu geben. „Diesen Familien wollen wir aber auch immer Alternativen aufzeigen”, sagt Gürtler.

Zu den Kindern, die laut Statistik nicht in eine Kindertagesstätte gehen, werden aber auch die gezählt, die bereits mit sechs Jahren eine Schule besuchen und die, deren Eltern noch auf ein Geschwisterkind warten wollen, bis sie das Kind in den Kindergartenschicken. Auch das ist für die Stadt keineswegs besorgniserregend. Vielmehr berichtet Gürtler, dass es ein Problem anderer Kommunen in Aachen nicht gibt: sozial schwache Familien werden mit dem Kindergartenangebot erreicht, zählen nicht zu denen, die die Kita nicht besuchen. „Dies ist in Aachen nicht der Fall. Hier arbeiten wir sehr erfolgreich”, sagt Gürtler.

Die Studie „Kinderbetreuung in der Familie” empfiehlt den Kommunen übrigens den Ausbau wohnortnaher Kitaplätze. Die gibt es in Aachen schon. Mit einem Angebot von 101 Prozent Kindergartenplätze im Vergleich zur Kinderzahl zählt die Stadt ohnehin zu den Spitzenreitern des Landes.
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