Wartehäuschen: Austausch läuft langsamer an als geplant

Von: Stefan Herrmann
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Neues Design: Ende März soll der Austausch der 432 Fahrgastunterstände abgeschlossen sein. Foto: Michael Jaspers
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Mehr Bau- als Haltestelle: Aseag-Kunden stehen im Moment häufiger im Regen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Zehn Wartehäuschen pro Tag, in der Regel lediglich drei bis vier Tage „Leerstand“ zwischen dem Abbau des alten und dem Aufbau des neuen Fahrgastunterstands – Skeptiker hielten den ambitionierten Plan von Beginn an für kaum umsetzbar. Seit Jahresanfang läuft die riesige Austauschaktion in Aachen.

Nach vier Wochen wird deutlich: Ganz so schnell wie erhofft ist man bisher nicht unterwegs. Für die Kunden der Aseag bedeutet das: Sie stehen an einigen Haltestellen dieser Tage doch deutlich länger ungeschützt im Regen, als das die Verantwortlichen zunächst geplant hatten.

Vertrag ausgelaufen

Nachdem der Vertrag der Stadt mit dem bisherigen Partner JCDecaux zum 31. Dezember 2015 ausgelaufen ist, hat das niederländische Unternehmen Reclamebureau Limburg (RBL) neben der Vermarktung der 432 Fahrgastunterständen auch die der rund 120 Reklamevitrinen und sechs WC-Häuschen in der Stadt übernommen.

Die Zwischenbilanz nach den ersten Wochen kommt eher durchwachsen daher: Rund 60 Wartehäuschen sind bisher laut der zuständigen RBL Media GmbH errichtet worden. Die ersten Unterstände wurden ab dem 11. Januar installiert, eine Woche lang ruhten dann die Arbeiten ab dem 18. Januar komplett. Das Winterwetter mit Bodenfrost war Schuld. So lautete die Quote Ende Januar: zehn Montagetage, 60 Häuschen – das bedeutet einen Tagesschnitt von sechs statt der zunächst angekündigten zehn.

Zum Eintritt in den deutschen Markt hat sich das niederländische Unternehmen mit der BIK TEC GmbH mit Sitz in Hückelhoven einen Partner aus der Region mit ins Boot geholt und gemeinsam die RBL Media GmbH gegründet. BIK-TEC-Geschäftsführer Bernd Kloes bestätigte auf AZ-Anfrage, dass man „etwas ins Hintertreffen geraten“ sei, generell bewertet er das große Möbelrücken aber durchweg positiv: „Es läuft eigentlich sehr gut.“ Eigentlich.

Denn neben dem einwöchigen Wintereinbruch hat laut Kloes ein weiterer Umstand den zügigen Aufbau der neuen Fahrgastunterstände an einigen Standorten erschwert. Der bisherige Betreiber JCDecaux habe – anders als vereinbart – beim Abbau seiner Häuschen Teile des Fundaments im Erdreich zurückgelassen. Das habe ebenfalls dazu beigetragen, dass sich die Montage der neuen Unterstände an einigen Stellen verzögert habe. Diesbezüglich habe es mittlerweile Gespräche mit allen Beteiligten gegeben.

Ehrgeiziges Ziel

Bis Ende März sollen alle 432 neuen Wartehäuschen stehen. An dem Ziel hält man fest. Und sattelt in Sachen Montage-Trupps noch einmal auf. Fünf davon sind im Auftrag der RBL Media bisher im Einsatz. Seit vergangenen Freitag habe man die Tief- und Straßenbaufirma Blandfort aus Linnich engagiert, um eine bessere Aufbauquote zu erreichen, sagte Bernd Kloes am Montag.

Komplett kostenlos bleibt die XXL-Austauschaktion für die Stadt nicht: Insgesamt werden 31 Fahrgastunterstände versetzt, also an einem neuen Standort errichtet. In 14 Fällen handelt es sich um nur um ein minimales Verschieben. Für die anderen 17 Wartehäuschen müssen jedoch Vorarbeiten geleistet werden, die nicht Teil des Vertrags mit dem neuen Partner RBL sind. Hierfür fallen laut Stadt Kosten in Höhe von etwa 25.000 Euro an.

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