Warnstreiks: Verdi läuft sich warm für heißen Tarif-Frühling

Von: mh
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Aachen. Wie heiß wird der Frühling an der viel zitierten Tariffront im öffentlichen Dienst? Oberbürgermeister Marcel Philipp jedenfalls setzt darauf, dass alle Beteiligten in den anstehenden Gesprächen einen kühlen Kopf behalten.

Auch nach der prompten Drohung der Gewerkschaft Verdi, die Städte in Bälde mit Warnstreiks zu überziehen. Sechs Prozent Gehaltserhöhung auch für die rund 4000 nicht beamteten Beschäftigten in Diensten der Stadt Aachen hat Verdi in der ersten, praktisch ergebnislosen Verhandlungsrunde in Potsdam gefordert.

Angesichts der finanziellen Situation der Stadt und aktueller Personalkosten von rund 200 Millionen Euro jährlich sei das „völlig unrealistisch“, unterstreicht dagegen der OB, der als Vorsitzender des Kommunalen Arbeitgeberverbands NRW und Mitglied der Tarifkommission auch im Hinblick auf mögliche Kompromisslinien ein gewichtiges Wort mitzureden hat.

„Realistisch wäre aus meiner Sicht sicherlich eine Einigung, die in etwa auf dem Niveau der jüngsten Abschlüsse in anderen Bereichen liegt“, orakelt Philipp. Heißt: „Eine Erhöhung um zwei bis 2,5 Prozent unterm Strich wäre denkbar.“

Das sieht Mathias Dopatka, Gewerkschaftssekretär bei Verdi in Aachen, naturgemäß völlig anders. „Schon wenn man sich vor Augen führt, dass die Entgeltordnung für den kommunalen öffentlichen Dienst in den vergangenen 20 Jahren nicht mehr angepasst worden ist, wird es jetzt Zeit, den enorm gestiegenen Anforderungen an die Kolleginnen und Kollegen endlich Rechnung zu tragen“, sagt Dopatka.

Stattdessen habe die Arbeitgeberseite nun gar eine Senkung ihres Anteils bei der betrieblichen Zusatzversorgung fürs Alter ins Auge gefasst. Und dies, obwohl die Steuereinnahmen des Fiskus‘ binnen Jahresfrist um satte 4,3 Prozent gestiegen seien.

„Da machen wir auf gar keinen Fall mit. Es kann ja nicht sein, dass die finanziellen Risiken der aktuellen Niedrigzins-Politik weiter auf die Arbeitnehmer verlagert werden“, wettert Dopatka. „Selbstverständlich werden wir uns in nächster Zeit auch mit entsprechenden Aktionen Gehör verschaffen – und wir werden laut sein.“

Philipp glaubt trotzdem nicht an eine weitere Verhärtung der Fronten. „Ich bin zuversichtlich, dass wir spätestens bei der dritten Verhandlungsrunde Ende April zu einem Ergebnis kommen – den vierten Termin habe ich überhaupt noch nicht in meinem Kalender eingetragen...“

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