Warmer Millionenregen über dem Bushof?

Von: Matthias Hinrichs
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Mithilfe eines frisch aufgelegten Förderprogramms des Landes könnte die geplante Neugestaltung des Betonkomplexes an der Peterstraße als Bildungszentrum jetzt zu großen Teilen realisiert werden, sagen die Grünen. Bis 2020 sind bis zu 27 Millionen Euro in Sicht, um VHS und Stadtbibliothek dort unter einem Dach zu vereinen. Damit biete sich langfristig die konkrete Chance, auch das gesamte städtebauliche Ensemble zwischen Altem Kurhaus und St. Peter nachhaltig aufzuwerten. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Fast wie Weihnachten – besser hätte man die Stimmung beim Pressegespräch in der Cafeteria der Volkshochschule kaum beschreiben können. Auch wenn die Augustsonne an diesem Freitagmittag schier unbarmherzig über der tristen Betonbastion namens Bushof glühte – und der freundliche Gast aus Düsseldorf weder einen weißen Bart noch eine rote Robe trug.

Dafür hatte Mehrdad Mostofizadeh, seines Zeichen Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag, gemeinsam mit der Aachener NRW-Abgeordneten Karin Schmitt-Promny eine frohe Botschaft im Gepäck, die nicht nur den kommunalen Planungs- und Kulturpolitikern noch lange wie Musik in den Ohren klingen könnte.

„Gute Schule 2020“ heißt das Zauberwort, mit dem der grüne Chef-Parlamentarier der Stadt eine finanzielle Bescherung im zweistelligen Millionenbereich in Aussicht stellte. „Wir haben mit diesem Programm in der Landesregierung jetzt ein zwei Milliarden Euro schweres Förderpaket geschnürt, das die Kommunen ab 2017 in die Lage versetzen soll, weiter in erheblichem Maße in Bildung zu investieren“, berichtete Mostofizadeh.

Und zumindest seine Parteifreunde Michael Rau, Hermann Josef Pilgram und Helmut Ludwig mussten nicht lange überlegen, wofür man die Mittel einsetzen sollte. „Damit bietet sich uns jetzt die einmalige Chance, den langgehegten Traum von einem neuen ,Haus der Bildung‘ am Standort der VHS im Bushof zu realisieren“, frohlockte Rau. Stadtbibliothek und VHS könnten endlich unter einem Dach zusammengeführt und der Bushof vom prekären „Brutalismus“-Image als Angstraum und Schmuddelecke befreit werden, meinte Pilgram.

Bislang freilich ist der viel zitierte große Wurf zur Umgestaltung des Betonkomplexes an der Peterstraße – inklusive Neustrukturierung des Umfeldes zwischen Altem Kurhaus und Peterskirchhof – nicht einmal wirklich im Planungsstadium angekommen. Kommt hinzu, dass das Objekt der Stadt nur zur Hälfte gehört. Die andere Hälfte ist im Besitz eines privaten Investors.

„Aber der Architektenwettbewerb kann definitiv Anfang 2017 starten, 120.000 Euro stehen dafür im Etat“, unterstrich Rau. „Wenn wir richtig Gas geben und noch im gleichen Jahr einen entsprechenden Antrag vorlegen, haben wir beste Aussichten, dieses Projekt bis 2020 auch weitgehend umzusetzen.“

Etwa 23 bis 27 Millionen Euro, schätzt Mostofizadeh, könnten im Zuge der Fördermaßnahme innerhalb von vier Jahren in die städtischen Kassen fließen – wohlgemerkt ohne weitere Bedingungen und langwierige administrative Hürden, nutzbar auch und gerade für bauliche Investitionen. Rau und Pilgram gehen davon aus, dass „weit mehr als die Hälfte“ der Gesamtkosten für den Umbau durch den warmen Geldregen gedeckt wären. Zumal die Sanierung der Schulen dank nachhaltiger Investitionen seit Jahr und Tag erfolgreich voranschreite, wie Schmitt-Promny betonte.

Fazit: „Wir wären bekloppt, wenn wir diese Chance nicht ergreifen würden“, so Rau. „Wir werden deshalb jetzt alles daran setzen, einen entsprechenden Rats-antrag mit allen Fraktionen auf den Weg zu bringen.“ Noch vor Weihnachten, versteht sich.

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