Wanderausstellung: Richtung „Woodbox“ alles andere als auf dem Holzweg

Von: Katharina Menne
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Der rechte Rahmen für einen spannenden Baustoff: Seit Dienstag gibt es in der „Woodbox“ am Elisenbrunnen jede Menge Infos rund um alte und vor allem neue Ideen aus Holz. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Auf den ersten Blick sieht sie aus wie ein großer, dunkler Container. Auf den zweiten Blick jedoch ist sie begehbar und aus Holz: die „Woodbox“. Zehn Tage lang macht sie Station vor dem Elisenbrunnen und veranschaulicht als kompakte, mobile Ausstellung die Potenziale zukunftsorientierter Holzarchitektur in Europa.

„Holz begleitet uns unser ganzes Leben lang – von der Wiege bis zum Sarg. Es ist ein nachwachsender Rohstoff und zeichnet sich durch viele hervorragende Eigenschaften aus. Es wird Zeit, dass Holz als Baumaterial wieder an Bedeutung gewinnt“, erklärt Alberto Alessi, Kurator der „Woodbox“, die Idee hinter der Wanderausstellung. In der Box werden internationale Architekturbeispiele sowie die ökologischen und klimatologischen Argumente für die Nutzung von Holz als Baumaterial präsentiert.

So heißt es da zum Beispiel: „Das in der „Woodbox“ gebundene Kohlendioxid entspricht 180 000 gefahrenen Autokilometern.“ Oder: „Holzbaustoffe sind über ihre gesamte Einsatzdauer hinweg ressourcenschonende Kreislaufprodukte.“ Warum also liegt die Holzbauquote in NRW sogar unter zehn Prozent?

„Die Baukultur einer Region ist geprägt durch die Witterung und durch lokale Traditionen“, sagt Oberbürgermeister Marcel Philipp in seiner Eröffnungsrede. „Doch Zeiten ändern sich, und ich freue mich, dass die „Woodbox“ fachlich fundiert darstellt, was Holz alles kann.“ Er selber wohne in einem Haus, das überwiegend aus Holz bestehe, und er sei sehr zufrieden.

Aber die Unterstützer der Box wollen eigentlich viel höher hinaus. „Wir wollen verstärkt den Hochbau bewerben und zeigen, dass Holz sich auch für mehrgeschossige Bauwerke bis hin zu Türmen eignet“, sagt Ladislaus Döry vom Europäischen Holzwerkstoffverband (EPF). Auch Brücken, Hallen und ganze Stadien seien denkbar und teils sogar schon realisiert.

Dass Holz ein außergewöhnliches Baumaterial ist, das zukunftsweisend ist, aber auch fachkundiger Verarbeitung bedarf, unterstreicht die Einrichtung des Studiengangs „Holzingenieurwesen“ an der Fachhochschule Aachen vor einigen Jahren. Er ist der einzige seiner Art in Nordrhein-Westfalen, bundesweit bietet nur eine Handvoll Hochschulen eine ähnliche Ausbildung an.

Und auch das NRW-Umweltministerium unterstützt die Entwicklung hin zu einer höheren Wertschätzung von Holz als Baumaterial. „Der Rohstoff erschließt sich zunehmend seine Nischen. Aktuell diskutieren wir eine Überarbeitung der entsprechenden Gesetze, um die Holzbauquote zu steigern“, sagt Hubert Kaiser, Leiter der Landesforstverwaltung.

Die Präsentation der „Woodbox“ in Aachen ist nach anderen Stationen in Europa die erste in Deutschland. Flankiert wird die Box durch die „Wooddays“, ein informatives Vortragsprogramm in den Räumen der IHK an der Theaterstraße, das das Thema Bauen mit Holz aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.

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