Aachen - Walheim: Wandert Kita in die Förderschule?

Walheim: Wandert Kita in die Förderschule?

Von: Stefan Herrmann
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Was passiert mit den Räumen am Kirchberg? Bisher unterrichten dort Sonderpädagogen der Förderschule Walheim Kinder mit emotionalem und sozialem Förderbedarf. Die Schule zieht im Herbst um. Nun gibt es Überlegungen, die Kita Albert-Einstein-Straße dort unterzubringen. Foto: Jaspers

Aachen. Es sind mit die größten Baustellen in der Stadt, auch wenn sie für keinen Stau oder Verkehrsbehinderungen in der City sorgen: die Umsetzung der schulischen Inklusion und der Ausbau der U3-Betreuung. Millionen Euro fließen derzeit in die Mammutprojekte in Sachen Bildung und Betreuung.

In Walheim zeigt sich dies in konzentrierter Form. Da die dortige Förderschule mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung zum kommenden Schuljahr an den Standort Kennedypark im Ostviertel umzieht, wird Platz frei. Die SPD-Fraktion hat vorgeschlagen, den Raum für Jugendhilfe zu nutzen. Nun überlegt die Verwaltung, in den frei werdenden Räumen in Walheim einen Kindergarten unterzubringen. Das Thema steht am heutigen Donnerstag in der gemeinsamen Sitzung von Schul- und Kinder- und Jugendausschuss auf der Tagesordnung.

Denn die städtische Kita Albert-Einstein-Straße in Walheim, die 73 Kinder beherbergt, gilt nur als Notlösung. Und zwar eine, deren Halbwertzeit in Kürze abläuft. Das ehemalige Verwaltungsgebäude präsentiert sich alles andere als kindgerecht. Eine von der Stadt in Auftrag gegebene Studie hat ergeben, dass es „vielfältige brandschutztechnische Unzulänglichkeiten, unzureichend breite Rettungswege“ und eine generell „unzureichende funktionale Zuordnung“ gebe, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Kurzum: Das Gebäude ist als Kita nicht geeignet. Zu eng, zu verwinkelt, zu unsicher. Der Zustand wird nur noch bis 2015 geduldet.

Eine Begehung mit der Feuerwehr hat zudem ergeben: Das zweite Obergeschoss ist überhaupt nicht für Kinder geeignet. Im Falle eines Brandes hätten die Kleinen kaum eine Möglichkeit, sich in Sicherheit zu bringen. Daher begnügen sich Erzieherinnen und Kinder momentan mit dem Erd- und dem ersten Obergeschoss. Dies führt zu enormen Engpässen.

In der Vergangenheit wurde bereits ein Neubau für die vierzügige Kita auf dem derzeitigen Außengelände diskutiert. Kosten hierfür: 2 bis 2,25 Millionen Euro. Da die Kindertagesstätte an der Albert-Einstein-Straße als einzige in Walheim zehn U3-Plätze anbietet, soll das Angebot in jedem Fall erhalten werden.

Alternative zu einem Neubau

„Durch die frei werdenden Raumkapazitäten in der Förderschule Walheim ergibt sich nach Einschätzung der Fachverwaltung eine gute Alternative zu einem Kita-Neubau, die möglicherweise kostengünstiger zu realisieren wäre, da es sich in diesem Fall um eine Umbaumaßnahme handeln würde“, heißt es in der Vorlage.

So sieht es auch die SPD: „Angesichts der Aufgabenstellung, eine Bedarfsdeckungsquote von 50 Prozent im U3-Bereich zu erreichen und unter dem Gesichtspunkt der angespannten Haushaltssituation unserer Stadt bietet sich eine solche Umnutzung dieses Schulgebäudes geradezu an“, findet der jugendpolitische Sprecher der Sozialdemokraten, Martin Künzer. Ob die Pläne weiter verfolgt werden, entscheiden die Schul- und Jugendpolitiker am Donnerstag.

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