Walheim und das Stück Fußballgeschichte

Von: Robert Flader
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Ein bisschen auch ein historischer Sieg: Das Team von Hertha Walheim hat die erste Aachener Stadtmeisterschaft in der Halle gewonnen. Erster Gratulant ist Andreas Kreitz von der Sparkasse Aachen (rechts). Foto: Andreas Steindl

Aachen. Den finalen Akt beobachtete Mirko Braun von der ersten Reihe aus. Auf der Tribüne. Nicht, dass der neue Trainer von Hertha Walheim der anstehenden Siegerehrung allzu lange fernbleiben wollte. „Im Moment haben sich das einfach nur die Jungs verdient.”

Braun genoss den Triumph seiner „Jungs” bei der ersten Aachener Stadtmeisterschaft im Hallenfußball, bei der die Aachener Zeitung Medienpartner und die Sparkasse Aachen Hauptsponsor war, lieber erst mal ganz ruhig. „Wir haben Geschichte geschrieben”, stellte er nach dem spannenden Finaltag zufrieden fest, nachdem sich die Hertha den krassen Außenseiter VfR Forst im Finale mit 4:2 vom Leib gehalten hatte.

Zufrieden, das war auch Leo Pennings. Der Geschäftsführer von VfR Forst - mit Westwacht Aachen Ausrichter - brachte das Resümee nach zwei spannenden Wochenenden mit insgesamt 72 Spielen und 381 Toren merklich einfach auf den Punkt: „Der Fußball hat gewonnen.” Nun, das ist zwar durchaus richtig, aber neben dem Sieger aus dem Aachener Süden waren es vor allem Pennings Forster, die sich über zwei Wochenenden viele Sympathien erspielten und - wie etwa in ihrem letzten Endrundenspiel - auch so manches Mal erkämpften. So wurden mit Markus May und Adrian Walczak auch nicht zu unrecht zwei Forster zum Torhüter des Turniers und Torschützenkönig (sieben Tore) gewählt. Der dritte Platz ging unterdessen an Rhenania Richterich, die im „kleinen Finale” den DJK FV Haaren mit 4:3 in die Schranken wies.

Spannende Endrunde

Bereits der Auftakt der Endrunde lieferte den gut 300 Zuschauern einen spannenden Vorgeschmack auf das Finale. Auch wenn man mit Superlativen vorsichtig sein sollte: Für die Gruppe E war der Begriff „Todesgruppe” durchaus berechtigt, schließlich ermittelten unter anderem zwei Landes- und Bezirksligisten den Finalteilnehmer. Eins aus sechs lautete die magische Formel. Und die Zutaten? Nun, das waren wie immer die Tore. Und die fielen wie am Fließband, wobei dem FC Inde Hahn selbst zwei 8:1 und 6:1 Erfolge sowie insgesamt 19 geschossene Tore nicht ins Endspiel verhalfen. Dorthin katapultierte sich der Favorit aus der Nachbarschaft, Landesligist Hertha Walheim. Aus Gruppe F schaffte Mitausrichter VfR Forst den Sprung an die Tabellenspitze und ins Finale, als der Kreisligist in einem an Dramatik kaum zu überbietenden letzten Gruppenspiel Haaren in buchstäblich letzter Minute mit 4:2 schlug. Kurz vor Schluss lagen die Forster noch mit 1:2 zurück, der Traum vom Endspiel schien bereits geplatzt. Doch es kam anders.

Im letzten Spiel des Turniers, an dem 28 Teams an den letzten beiden Wochenenden teilnahmen, stieg schließlich das so ungleiche Duell, aus dem der Fußball und besonders der Pokal nun einmal seine Faszination bezieht: Favorit gegen Außenseiter, Landesliga gegen Kreisliga A, Pokalsammler gegen Ausrichter: Die Vorzeichen sprachen eine deutliche Sprache. Auch der Beginn des Spiels war, als Walheim durch zwei Tore von Heinz Putzier und Marvin Brauweiler schnell mit 2:0 führte. Als aber Kai Laschet den VfR in der letzten Minute der ersten Halbzeit wieder heranbrachte, war auch das Publikum sofort wieder da. Doch ein verwandelter Foul-Elfmeter von Michael Pyras kurz nach dem Seitenwechsel zerstörte den Titel-Traum des Außenseiters. Noch einmal Brauweiler zum 4:2 und abschließend Stefan Mioska markierten das Ende der ersten Meisterschaft im Hallenfußball. VfR-Trainer Claudio Scintu war zwar im ersten Moment enttäuscht über die verpasste Chance, „aber Walheim war einfach besser”. Freuen konnte sich der VfR aber immerhin über einen Scheck von 900 Euro (Walheim als Sieger bekam 1000 Euro) aus der Hand von Sparkassen-Gebietsdirektor Andreas Kreitz und - was auch nicht zu verachten ist - jede Menge Sympathien.

Doch mit den insgesamt zwei Siegerpokalen ging in diesem Jahr nur eine Mannschaft nach Hause: „Wintermeister” Hertha Walheim, die Mirko Braun einen perfekten Einstand als Trainer ermöglichte.
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