Aachen - Wahrzeichen eines Viertels wieder geöffnet

Wahrzeichen eines Viertels wieder geöffnet

Von: Sebastian Dreher
Letzte Aktualisierung:
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Ein Moment voller Besinnung und Traditionsbewusstsein: Nach umfassenden Sanierungsarbeiten feierten viele Gläubige die Wiedereröffnung der Grabeskirche St. Josef. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Zur Wiedereröffnung eines der Wahrzeichen des Aachener Ostviertels wurde in der Grabeskirche St. Josef am Neujahrstag eine Festmesse abgehalten. Wegen der Sanierung des Gewölbes war das Gotteshaus seit letztem November geschlossen.

„Die eigentlichen Baumaßnahmen sind allerdings schon seit rund anderthalb Jahren im Gange”, erinnert sich Geschäftsführerin Edith Bircken. „Mitte 2009 haben wir den ersten Putz auf den Kopf bekommen.”

Als klar war, dass das Gewölbe der 1894 erbauten Kirche komplett erneuert werden musste, beschlossen die Verantwortlichen, bei dieser Gelegenheit auch die letzten fehlenden Plätze des Urnenfriedhofes einzurichten.

Name bewusst gewählt

Seit November 2006 wurden innerhalb der Kirche hunderte Betonstelen platziert, in denen die Asche Gestorbener die letzte Ruhe finden konnte. Kurz zuvor, im Jahr 2005, wurden die Gemeinden St. Josef und St. Fronleichnam zusammengeschlossen, und die Kirche wurde ihrer neuen Bestimmung als Urnenbeisetzungskirche zugeführt. „Wir haben bewusst den Namen Grabeskirche gewählt”, sagt Bircken, „um den Bezug zum Gotteshaus in Jerusalem, in dem das Grab Christi vermutet wird, herzustellen.”

Der auf mehreren Ebenen installierte und atmosphärisch beleuchtete Stelengarten in St. Josef hat Platz für 2144 Urnen. 1150 der Gräber sind bereits reserviert und 460 Gestorbene beigesetzt. Über den Toten hängt das so genannte „Schiff”, eine symmetrisch angeordnete, skelettartige Figur. „Das Schiff symbolisiert den Übergang auf die andere Seite des Lebens”, erklärt Bircken.

Zu Beginn seines Gottesdienstes teilte Pfarrer Markus Frohn seiner Gemeinde mit, dass in der Neujahrsnacht die Citykirche in der Nikolausstraße teilweise abgebrannt ist. Wie an vielen anderen Orten Aachens reagierten die knapp 200 Besucher in St. Josef entsetzt auf die Nachricht. „Eine Kirche eröffnet, eine andere muss geschlossen werden”, sagte Frohn. „Wir wollen die heutige Kollekte unserer Schwestergemeinde für die notwendigen Reparaturarbeiten zur Verfügung stellen.”
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