Wahlkampf vor der Moschee: 200 Demonstranten gegen „Pro NRW”

Von: mh
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Geballter Protest gegen den Pr
Geballter Protest gegen den Protest: Rund 200 Vertreter zahlreicher Initiativen und Parteien machten am Samstag Front gegen eine Kundgebung von „pro NRW” am Moschee-Neubau. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Der Hetze von ,Pro NRW entgegentreten”: Rund 200 Demonstranten sind am Samstagvormittag dem Aufruf zahlreicher Parteien, Verbände und Initiativen gefolgt. Vor der Baustelle der Moschee an der Stolberger Straße machten sie mit lautstarkem Protest ihrem Unmut über eine Kundgebung der rechtsextremen Gruppierung Luft, die sich eben dort mit letztlich rund 20 Teilnehmern versammelt hatte.

Ganz anders als wenige Stunden später in Bonn, wo es zu heftigen Krawallen kam, verlief das einigermaßen grotesk anmutende „Gastspiel” im Ostviertel ohne Zwischenfälle.

Die Polizei war mit großem Aufgebot angerückt, um eine mögliche Konfrontation zu verhindern. Zahlreiche Beamte sorgten dafür, dass die Demonstranten dem Grüpplein der Wahlkämpfer nicht zu nahe kamen. Die Moschee-Gegner hielten ihre Reden gute 100 Meter von der Baustelle entfernt vor dem Geschwister-Scholl-Gymnasium. Am Ende präsentierten sie, begleitet von einem gellenden Pfeifkonzert, eine Reihe von großformatigen islamkritischen Karikaturen. Nach einer guten Stunde zogen sie wieder ab.

Im Schulterschluss mit rund 60 Institutionen und Einzelpersonen, die zur Gegenkundgebung aufgerufen hatten, lud die Türkisch-Islamische Gemeinde Ditib zur Besichtigung der Baustelle ein, die großen Zuspruch fand. In etwa zwei Monaten, berichtete Projektleiter Erol Uzkiz, soll der Rohbau des auf sieben Millionen Euro taxierten neuen Gotteshauses inklusive Tiefgarage und eigenem Gesundheitszentrum fertiggestellt sein.

„Hier entsteht auch ein Ort der Begegnung und des Friedens, an dem wir weiter für unsere gemeinsame Zukunft arbeiten wollen”, sagte der Ditib-Vorsitzende Abdurrahman Kol unter großem Beifall. Gegen 12.30 Uhr wurde die Sperrung der Stolberger Straße zwischen Elsassstraße und Reichsweg wieder aufgehoben.
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