Aachen - Wabe will den Klömpchensclub wieder zum Fan-Treff machen

Wabe will den Klömpchensclub wieder zum Fan-Treff machen

Von: Hans-Peter Leisten
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Fan-Treff oder Fitness-Studio: Für den Klömpchensclub im Tivoli gibt es überaus unterschiedliche Pläne. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Als Alois Poquett vor Monaten sein Konzept für den Klömpchensclub entwickelte, ahnte er nichts vom derzeitigen sportlichen Höhenflug der Alemannia. Und auch sein Dasein als bekennender Fan der Schwarz-Gelben brachte den Geschäftsführer des Hilfsvereins „Wabe“ nicht von seiner sachlichen Betrachtung der Perspektiven des Klömpchensclubs ab.

„Den können wir betreiben“, sagte der engagierte Sozialmanager über die Fan-Kneipe im Tivoli. Wirtschaftlich unter sozialen Gesichtspunkten, so lautet stets die eigene Vorgabe der „Wabe“. Im Grunde eine Geschichte ohne Wenn und Aber... Doch die Realität sieht derzeit anders aus, denn der Rückbau der Einrichtung hat begonnen. Die Stadt, hier der für den Tivoli zuständige Dezernent Dr. Lothar Barth, hat andere Pläne. Der bisherige Fan-Treff soll zum künftigen Fitness-Treff werden. Protein-Drinks statt Pommes. Die Stadt erhofft sich davon Bares. Was nachvollziehbar ist, denn nach der Insolvenz der Alemannia muss der städtische Haushalt jährlich rund zwei Millionen Euro an Betriebskosten verkraften. Von den geplanten Mieteinnahmen des Studios erhofft man sich städtischerseits eine deutliche Entlastung des Etats.

Diese Zwänge stellen auch Teile der Politik nicht in Frage – wohl aber den Weg dorthin. „Denn“, so fragten die Grünen genauso wie die SPD-Landtagsabgeordnete Daniela Jansen, „warum soll man bautechnisch groß eingreifen, wenn das Wabe-Konzept vergleichbare Mieteinnahmen verspricht?“ Davon gehen nämlich die Politiker genauso wie Alois Poquett aus. Der will den Klömpchensclub mit täglichen Öffnungszeiten reaktivieren: „Wir wollen den Club als Fankneipe mit täglichen Angeboten und auch als Treffpunkt außerhalb der Spieltage betreiben.“ Dass das Projekt wirtschaftlich betrieben werden kann, zweifelt der Mann, der über reichlich Erfahrung mit vergleichbaren Engagements verfügt, nicht an. Seitens des Job-Centers habe er bereits die Zusage einer Beteiligung an den Lohnkosten, denn der Club soll eine Chance für Menschen mit Handicap bieten: „Wir hoffen, hier 20 Arbeitsplätze für Menschen mit einer Behinderung oder für Langzeitarbeitslose schaffen zu können.“ Genau dies ist die Klientel, um die sich die „Wabe“ schon länger kümmert. Die Betriebskosten, Miete, Pay-TV und Weiteres müssten natürlich erwirtschaftet werden. Aber davor ist Poquett angesichts steigender Arbeitsplätze im Umfeld des Tivoli nicht bange.

Helmut Ludwig, Geschäftsführer der Grünen im Stadtrat, hat eine klare Meinung zur Zukunft des Klömpchensclubs: „Es gibt mit der Wabe einen Interessenten, der die gleiche Miete zahlen und die Fankneipe erhalten würde. Da gibt es doch überhaupt keinen vernünftigen Grund, die Großküche auszubauen und die ganze Kneipeneinrichtung auf den Schrott zu werfen.“ Auch ein fester Anlaufpunkt für die Fans mache Sinn. Lothar Barth selbst meldete sich am Dienstag trotz Anfrage nicht mehr, um seine Pläne genauer darzustellen.

Daniela Jansen spricht von zwei Fliegen, die man mit einer Klappe schlagen könne: die gastronomische Tivoli-Brache wiederzubeleben und Langzeitarbeitslosen eine Perspektive zu eröffnen. Poquett ist nach ihrer Einschätzung genau der richtige Mann für diese Aufgabe. Der könnte seinerseits zum Start in die neue Saison den Betrieb aufnehmen: „Der Vertrag mit dem derzeitigen Caterer läuft bis Saisonende. Ich bin zugegebenermaßen Alemannia-verrückt. Aber die Konzeption eines Wabe-Projektes darf davon nicht beeinflusst werden.“

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