„Wabe”-Wärmestube: Besucherzahlen und Beratungsbedarf steigen

Von: Mischa Wyboris
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Bietet jetzt an der neuen Adresse am Gasborn 1-3 Menschen in „besonderen sozialen Schwierigkeiten” eine Anlaufstelle: der Leiter der Wärmestube Gerd Schmidt. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Gerd Schmidt schätzt seinen Job. Und doch ist er umso glücklicher, je weniger Klientel er hat. Seit vielen Jahren verzeichnet der Leiter der Wärmestube einen stetigen Anstieg der Besucherzahlen - Menschen „in besonderen sozialen Schwierigkeiten”, Menschen ohne Wohnung.

Und das dürfte sich wohl auch in den neuen Räumen der ältesten „Wabe”-Einrichtung im Gasborn nicht ändern.

Rund zehn Prozent mehr Hilfesuchende verzeichnet der Tagestreff in seinem jüngst vorgelegten Jahresbericht für 2008. Dass dabei die Anzahl der Beratungen wohnungsloser Menschen zum ersten Mal in sieben Jahren rückläufig ist, sei kein Grund zur Entwarnung, erklärt Gerd Schmidt, Leiter der Wärmestube.

Der länger anhaltende Ausfall eines Mitarbeiters sei für den Knick in der Statistikkurve verantwortlich gewesen. An jedem der 252 Öffnungstage habe die Wärmestube durchschnittlich 73 Menschen empfangen; das Alter der Besucher liegt zwischen 18 und 70 Jahren.

Bei aller Unterstützung für Hilfesuchende geht es dem Wabe-Projekt selbst nicht gerade glänzend. Da die Wärmestube nicht als Pflichtleistung anerkannt ist, muss sie sich neben einer jährlichen Förderung von 78.000 Euro seitens der Stadt und der Sparkasse Aachen um weitere Geldquellen bemühen.

„Die Diakonie hat sich mit der Begründung, dass sie selbst keine Mittel mehr hat, ganz aus der Finanzierung zurückgezogen”, sagt Alois Poquett, Geschäftsführer des gemeinnützigen Vereins. Bis 2003 habe es noch Zuschüsse von jährlich 10.000 Euro gegeben.

In den vergangenen drei Jahren habe die Wärmestube 47 Menschen Wohnraum vermittelt, „die es allein wahrscheinlich nicht geschafft hätten”, sagt Rolf Klinkhammer vom Leitungsteam. Darüber hinaus seien 100 Menschen in sogenannte Ein-Euro-Jobs gebracht worden.

Auffallend sei auch gewesen, „dass immer mehr Hilfesuchende darüber klagen, wie ihnen bei Behörden begegnet wird”, resümiert Schmidt. „Viele, die aus einer anderen Stadt kommen, berichten, dass man ihnen gesagt habe, sie sollten dahin zurückkehren, wo sie hergekommen sind.” Günter Schabram, Leiter des Fachbereichs Soziales und Ausländerwesen weiß, dass „der Kontakt mit oft auch psychisch Kranken und Drogenabhängigen schwierig und dabei immer den richtigen Ton zu treffen nicht einfach ist”. Den richtigen Ton für die Dienste der Wärmestube zu finden, fällt ihm alles andere als schwer: „Wir brauchen dieses Nebenamt für die Gestrandeten der Gesellschaft.”

Die Wärmestube ist auf Spenden angewiesen

Spenden nimmt der Tagestreff für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten auf dem Konto mit der Nummer 1317700 bei der Sparkasse Aachen, BLZ 39050000, entgegen.

Geöffnet ist die Wärmestube, Gasborn 1-3, 4757580, montags, dienstags und mittwochs von 8 bis 15 Uhr sowie donnerstags und freitags von 8 bis 14 Uhr und samstags von 9.30 bis 11 Uhr.
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