Aachen - Wabe und Caritas warnen: Wohnungssuche treibt viele zur Verzweiflung

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Wabe und Caritas warnen: Wohnungssuche treibt viele zur Verzweiflung

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
Wohnungsgesuch
Zu der ohnehin schon angespannten Wohnungsmarktsituation kommen teilweise noch erschwerende persönliche Probleme hinzu. Foto: Oliver Berg

Aachen. Dass es gerade in Städten an erschwinglichem Wohnraum mangelt, ist bekannt. Und dass Menschen teils Monate oder Jahre brauchen, bis sie eine passende Bleibe gefunden haben, ist keine Seltenheit mehr. Doch die Geschichten und Schicksale, die sich hinter den Suchenden verbergen, werden kaum beachtet.

Die Caritas/Wabe-Fachberatungsstelle für Personen in besonderen sozialen Schwierigkeiten kümmert sich nicht nur um Wohnungsfragen, sondern generell um die vielschichtigen Probleme ihrer Klienten.

„Wohnungslosigkeit, drohender Wohnungsverlust, Schulden, Sperre der Energieversorgung, Arbeitslosigkeit, Probleme mit Ämtern sind die Hauptanliegen“, erklärt Heidi Schneider von der Wabe und ergänzt: „Nicht wenige Menschen sind psychisch beeinträchtigt oder auch suchtkrank. Einige Ratsuchende fühlen sich außerstande, ihr oft geringes Einkommen so einzuteilen, dass es bis zum Ende des Monats ausreicht.“

In der offenen Sprechstunde können die Hilfesuchenden in einem ersten Gespräch von ihrem Anliegen berichten. 2016 verzeichneten die Einrichtungen 682 Personen in der gesamten Städteregion. 401 Menschen suchten in Aachen Rat. „Der Wohnungsmarkt stellt für uns eines der größten Probleme dar, und die Anzahl wohnungssuchender Menschen steigt stetig“, sagt Rita Kattendahl-Lanser von der Caritas.

Zu der ohnehin schon angespannten Wohnungsmarktsituation kommen teilweise noch erschwerende persönliche Probleme hinzu. „Menschen mit einem Schufa-Eintrag, die aber ihre Mieten immer regelmäßig gezahlt haben, werden häufig selbst von Wohnungsbaugesellschaften als Mieter ausgeschlossen. Überhaupt sind Schulden für viele Vermieter ein Ausschlusskriterium. Und Sozialwohnungen, die jetzt gebaut werden, sind bereits vergeben. Auf den hohen Bedarf an neuen Wohnungen wird politisch nicht entsprechend reagiert.“

Auch die vom Amt vorgeschriebenen maximalen Kosten für eine Wohnung seien extrem niedrig und würden die Suche fast unmöglich machen, ergänzt Schneider. Sozialarbeiter unterstützen die Ratsuchenden in Form von Telefonaten oder indem sie Computer zur Wohnungssuche bereitstellen.

Bei den 401 Kontakten 2016 ging es in jedem sechsten Fall um Hilfe bei Wohnangelegenheiten. Viele Klienten sind seit Monaten auf der Suche, leben auf der Straße, in Notunterkünften oder bei Bekannten. „Wir kooperieren mit vielen Ämtern und anderen Einrichtungen und stellen fest, dass es immer mehr Hilfesuchende gibt, man diesem Bedarf aber kaum Rechnung tragen kann“, erzählt Schneider.

Etwas Positives kann sie abseits der Wohnungsnot dann aber doch vermerken. „Eine Verbesserung bei der Aufhebung der Energiesperre im ehemaligen Kreis Aachen, die Zusammenarbeit mit der Tafel und die Tatsache, dass es doch noch einige wenige Vermieter gibt, die auch an Arbeitslosengeld-II-Empfänger vermieten, sind Dinge, die Hoffnung machen. Vielleicht finden sich ja noch weitere Vermieter, die geeigneten Wohnraum haben und uns helfen möchten.“

Die WABe-Fachberatungsstelle, Dunantstraße 8 (Normaluhr), ist erreichbar unter Telefon 47572711. Offene Sprechstunde ist montags, mittwochs, donnerstags und freitags von 9 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung. Die Caritas-Fachberatungsstelle: Monheimsallee 71, ist erreichbar unter Telefon 99003550. Offene Sprechstunde ist montags, donnerstags und freitags von 9 bis 12 Uhr und montags von 14 bis 16 Uhr sowie nach Vereinbarung.

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