Aachen - WABe: Dach über dem Kopf für wohnungslose Frauen

WABe: Dach über dem Kopf für wohnungslose Frauen

Von: Jessica Jumpertz
Letzte Aktualisierung:
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Kümmern sich um wohnungslose Frauen in der Stadt Aachen: Brigitte Schiffers (links) und Susanne Schulte in der Frauen-Fachberatungsstelle der „Wabe“. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Seit ungefähr 20 Jahren ist bereits bekannt, dass es verdeckt wohnunglose Frauenso der Fachterminus, gibt. Seit einigen Jahren wird deutlich, dass die Anzahl an Frauen, die verdeckt wohnunglos sind und Wohnraum brauchen, steigt. Die Frauen-Fachberatungsstelle der WABe stellte nun ein Konzept zur Unterbringung von wohnungslosen Frauen vor.

Seit fast 20 Jahren bietet die Frauen-Fachberatungsstelle bereits möblierte Zimmer in Wohngemeinschaften für wohnungslose Frauen an. Bisher gab es sechs Plätze in zwei Wohngemeinschaften. Ab dem 1. Juli ist ein Haus angemietet, in dem sieben wohnungslose Frauen in einer Wohngemeinschaft leben können. Das Projekt wird von der Landtagsabgeordneten Daniela Jansen (SPD) unterstützt. 15 Plätze für wohnungslose Frauen soll es ingesamt geben, eine zweite Immobilie wird noch gesucht.

Die Dunkelziffer der Gruppe der verdeckt wohnungslosen Frauen ist schwer zu erfassen. Die Frauen übernachten oft bei Bekannten, wandern von einem Schlafplatz zum nächsten. Im Stadtbild fallen die Frauen nicht auf, da sie oft gut gekleidet sind. Dennoch stehen diese Frauen vor dem Nichts, da sie oft weder Geld noch Familienangehörige haben.

Für die Wohnungslosigkeit kann es unterschiedliche Gründe geben. Manchen wird die Wohnung gekündigt und sie finden keine neue Unterkunft, oder sie ziehen zu ihrem Freund in die Stadt und haben keine Unterkunft mehr, wenn die Beziehung beendet ist. „Die Wohnungslosigkeit ist meistens das Ende einer Kette von Ereignissen“, erklärte Brigitte Schiffers, Diplom-Sozialarbeiterin und Leiterin Betreutes Wohnen für Frauen bei der WABe.

Brigitte Schiffers und Susanne Schulte, Diplom-Sozialarbeiterin und Leiterin der Frauen-Fachberatungsstelle der WABe haben gemeinsam das neue Konzept entwickelt. Dieses sieht eine Kombination von Bereitstellung eines eigenen Wohnraumes und sozialarbeiterischer Unterstützung vor. „Mir ist wichtig, dass Frauen in Wohngemeinschaften wohnen können, in denen sie sich wohlfühlen können“, sagte Schiffers. „Das Ziel ist Hilfe zur Selbsthilfe“. Sie habe bisher durchgängig positive Erfahrungen gemacht, so Schiffers. Es sei viel Veränderung möglich.

Die Frauen werden ermutigt und dabei unterstützt, ihre Schwierigkeiten in Angriff zu nehmen. Außerdem hilft die Frauen-Fachberatungsstelle bei Antragsstellung en bei der Kommunikation mit den Ämtern, zum Beispiel durch Bereitstellung einer Postadresse. Bei den wohnungslosen Frauen, die in die neue Wohngemeinschaft einziehen, achten die Mitarbeiterinnen der Frauen-Fachberatungsstelle schon im Vorfeld darauf, dass die Frauen eine gewisse Motivation, lebenspraktische Erfahrungen und soziale Kompetenzen mitbringen.

„Es gibt die Erwartung, dass die Frauen im Rahmen ihrer Möglichkeiten mitarbeiten“, erklärte Alois Poquett, Geschäftsführer der WABe. „Es soll die Möglichkeit für Frauen sein, mit Wohnen und Unterstützung die Dinge zu regeln“, sagte Schiffers zum Ziel des Projektes.

Da das neue Wohnhaus für wohnungslose Frauen komplett unmöbliert ist, bittet die WABe um Spenden. IBAN: DE08 3905 0000 0001 3177 00. Geldspenden können auch zweckgebunden angewiesen werden. Sachspenden können ebenfalls abgegeben werden. Rücksprache dafür kann unter 511063 erfolgen.

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