Aachen - Vorwürfe gegen Hundehalter: Welpen gewürgt?

Vorwürfe gegen Hundehalter: Welpen gewürgt?

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Tapsig: Ein junger Cavalier-King-Charles-Spaniel. Symbolfoto: dpa

Aachen. Zwei süße Welpen haben zu Beginn des Jahres 2013 ein schönes Zuhause bei der Familie K. in Brand gefunden - Terrasse, Garten, alles da. Doch gegen den Halter der Tiere erheben mehrere Nachbarn Vorwürfe: Immer wieder habe er die jungen Tiere grob behandelt und sogar gewürgt, sagten Zeugen am Montag vor dem Aachener Amtsgericht aus.

„Django“, ein schwarz-weißer Jack Russel, wird im November zwei Jahre alt, sein Spielkumpan ist der ein halbes Jahr jüngere braune Spaniel mit Namen „Jin". Den Hunden geht es gut bei Familie K., sie sind wohl genährt, hieß es am Montag vor Amtsrichterin Anne-Kristin Kneis. Ein Veterinär habe das bereits überprüft - soweit, so gut. Nur die Sache mit dem Herrchen schien anfangs über einen Zeitraum von Wochen oder Monaten nicht ganz in Ordnung zu sein, glaubt man den Zeugen im Prozess wegen Tierquälerei gegen den Ehemann der Hundebesitzerin.

Der 24-jährige Maschinenführer aus Brand soll arg roh und grob, eben bis zur üblen und strafbaren Tiermisshandlung, mit den damals noch blutjungen Hündchen umgegangen sein, alles im Namen einer strengen Welpen-Erziehung. Die von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfe sind denn auch nicht von schlechten Eltern; ihre Stichhaltigkeit wurde am Montag vor Amtsrichterin Kneis geprüft. So berichten Nachbarinnen, dass es immer wieder zu Übergriffen auf die jungen Hunde gekommen sei.

So etwa in einer Nacht im August 2013, als Herrchen spät nach 24 Uhr noch mit den beiden Gassi ging. Da habe der jüngere Welpe die Nachbarin auf der anderen Straßenseite bemerkt, wollte sie anscheinend begrüßen. Das wollte Herrchen aber nicht. Doch anstatt den Hund per Befehl zu erziehen, habe der recht großgewachsene Mann das kleine Tier am Hals gepackt und „gewürgt“, gab die Zeugin an. Dabei habe er den Vierbeiner angeherrscht mit den Worten „du bist ein böser Hund“.

In weiteren drei Fällen soll der Angeklagte roh mit den Tieren verfahren sein. So habe er den Jack Russel an seinem Schwanz gepackt, hochgehoben und von oben auf den Boden geworfen. Das Tier habe laut „gequiekt“, berichtete eine weitere Nachbarin, die das von ihrer Terrasse aus gesehen hatte.

Gleich mehrere Zeuginnen beobachteten einen weiteren Vorfall an einem Sonntag im September 2013. Da sei das Ehepaar nach Hause gekommen, er vorneweg. Beide Hunde hätten gewartet und auf dem Mäuerchen der dortigen Terrasse gestanden. Wieder bekam der kleine Spaniel eine Abreibung, hieß es. Der wurde am Nacken gepackt und auf den Terrassenboden geschleudert, wieder jaulte das Tier vor Schmerz auf, so die Zeugenaussagen.

In einem weiteren Fall soll K. den Hund an der Schnauze gepackt, hochgehoben und auf den Boden fallen gelassen haben.

Eine Tierärztin sagte als Gutachterin aus, dass natürlich durch solche Gewalttätigkeiten schwere Verletzungen entstehen können, jedoch nicht entstehen müssen. Den Hunden merkte man später bei einer amtlichen Überprüfung nichts an.

Der Angeklagte selber bestritt vier der Anklagepunkte energisch. Die Sache mit der Terrasse sei viel milder verlaufen, als die Zeuginnen angegeben hätten, sagte er. Sein Verteidiger Erich Heck bezweifelte immer wieder die korrekte Wahrnehmung der Zeuginnen und beantragte, eine weitere Zeugin, die an diesem Termin nicht konnte, anzuhören.

Der Prozess geht am 25. September ab 9 Uhr in Saal A.2020 im Aachener Justizzentrum weiter, dann wird ein Urteil erwartet.

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