Vortrag zum 100. Jahrestag der Sprengung von Stadt und Burg Coucy

Von: Claudia Heindrichs
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Das Modell vermittelt einen Eindruck, wie die Burg Coucy aufgebaut war: Bernhard Siepen (links) und sein Sohn Michael von der Gesellschaft für Internationale Burgenkunde präsentieren die Anlage im Maßstab 1:500. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Ab 1220 ließ Enguerrand III., mächtigster Baron in Frankreich, dem der Königsthron verwehrt blieb, in nur knapp 20 Jahren Burg und Stadt Coucy errichten. Die Burg Coucy, 30 Kilometer von Reims entfernt, wird als eine der bedeutendsten mittelalterlichen Feudalburgen gesehen.

Ihr wehrhafter Wohnturm (Donjon) war mit 54 Metern Höhe zu seiner Zeit der höchste Donjon in Frankreich.

Am 27. März 1917 wurde in den Wirren des Ersten Weltkriegs im Zuge einer Frontverlegung Stadt, Burg und Donjon von Coucy mit 28 Tonnen Dynamit gesprengt. Heute ist davon nur noch ein Schutthaufen zu sehen. Um den Verlust dieses beeindruckenden Monuments greifbarer zu machen, hält die Gesellschaft für Internationale Burgenkunde (GIB) zum 100. Jahrestag der Sprengung einen bebilderten Vortrag.

Am Montag, 27. März, referiert Bernhard Siepen, Vorsitzender der GIB, ab 19 Uhr im Kármán-Auditorium in der Eilfschornstraße 15.

„Der Runddonjon ist mit einem Durchmesser von 31 Metern und fast acht Metern starken Wänden einzigartig“, schwärmt Siepen. Er und sein Sohn Michael haben die Burg in einem Übersichtsmodell im Maßstab 1:500 erbaut. Fünf Wochen hat die Erstellung des Modells gedauert. Anhand dessen erklären sie die Besonderheiten und den strategischen Wert der Burg.

Im Vortrag werden ebenfalls Bilder der Burg Coucy im Maßstab 1:25 zu sehen sein. Dieses Modell, was eindrucksvoll und mit viel Liebe zum Detail bereits in Bonn, Nebraska und Washington zu sehen war, liegt zur Zeit in Kisten verpackt im Lager der GIB. Siepen klärt auf: „Wir suchen noch einen festen Standort, möglichst in oder um Aachen, wo die Burg dauerhaft bewundert werden kann.“ Schon seit einigen Jahren sucht die GIB passende Räume und Sponsoren, damit möglichst viele Menschen die Burgmodelle besichtigen können.

Wer einen Eindruck von Größe und Detailreichtum der Modelle erhalten möchte, hat noch bis Samstag die Chance, einen Nachbau der Templerburg Atlit in der Geschäftsstelle der GIB im Grindelweg 4 zu bestaunen. Danach wandert auch diese Burg in 24 000 Einzelteilen zurück ins Lager.

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