Aachen - Vorteil Aachen: Treue sorgt für Tradition

Vorteil Aachen: Treue sorgt für Tradition

Von: Thorsten Karbach
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Tennis hat sich etabliert: Vom 7. bis zum 15. November findet wieder das ATP-Challenger-Turnier am Brüsseler Ring statt. Foto: Markus Schuldt

Aachen. Manchmal ist auch Tilo Busch noch überrascht. Denn 19 Jahre sind in der Tennisgeschichte eine Ewigkeit. Und doch, wenn am Samstag die „Lambertz Open by Stawag” in der Tennishalle am Brüsseler Ring starten, dann ist es schon das 19. ATP-Turnier in Aachen. Damit hatte auch Turnierdirektor Busch nicht gerechnet.

Mit Profi-Tennisturnieren ist das doch so: Es gibt drei Kategorien. Da sind die großen ATP-Turniere. Mitsamt der Grand Slams in Melbourne, Paris, Wimbledon und den US Open sind dies 64 - wobei es nur noch vier in Deutschland gibt. Dann sind da die ATP-Challenger, sozusagen die 2. Liga. Ein solches Turnier ist das Aachener. Das Preisgeld liegt irgendwo zwischen 35.000 und 125.000 US-Dollar.

In Aachen sind es 75.000 Dollar. Von diesen Challenger-Turnieren gibt es laut ATP-Kalender 162. Neun in Deutschland. Unter diesen Challengern sind aber eine Vielzahl von Turnieren, die nach wenigen Jahren wieder verschwinden. Das Aachener Turnier findet dagegen schon zum 19. Mal statt. Das ist im schnelllebigen Tennis-Zirkus eine Besonderheit. Noch dramatischer ist die Turnierfluktuation übrigens bei den Future-Turnieren (Preisgeld rund 15.000 Dollar) - der dritten Kategorie. Davon gibt es mehr als 300, aber kaum Planungssicherheit. Für Veranstalter und Spieler.

Planungssicherheit. Das ist das Stichwort für Turnierdirektor Busch. Diese Planungssicherheit haben ihm von Anfang an die Sponsoren geben können. Das Turnier ist von großen Krisen - wie etwa Hamburg oder Berlin, wo die Geldgeber absprangen - verschont geblieben, Aachen konnte 19 Jahre lang das Preisgeld von 75.000 Dollar stemmen. Die Namen der Sponsoren auf dem Turnierplakat haben sich in dieser Zeit kaum verändert. Aus dem Küppers Kölsch Cup by Mercedes wurde bald der Küppers Kölsch Cup by Lambertz. Daraus sind seit 2002 die Lambertz Open by Stawag geworden. „

Wir können auf eine sehr treue Sponsorenlandschaft bauen, die sich dem Tennis und dem Turnier verschrieben hat”, sagt Busch. Der Ausrüster der Ballkinder ist seit 18 Jahren mit von der Partie, die meisten Geldgeber gehören seit mehr als zehn Jahren dazu. „Das gibt uns die Möglichkeit, ein konstantes Konstrukt auf die Beine zu stellen”, so Busch. Vorteil Aachen also. Busch hat andernorts nämlich schon viele Turniere eingehen sehen.

Das Geld ist die eine, das Konzept die andere Sache. Busch hat als Spieler und Trainer überall auf der Welt seine Zelte aufgeschlagen - zwar nicht im Wortsinne, aber er hat dennoch erfahren, dass die Unterbringung in einem Spielerhotel oder Trainingsplätze nicht selbstverständlich sind. In Aachen sind sie dies. „Die Spieler wissen, dass sie hier gute Bedingungen erwarten”, sagt er.

Und die Zuschauer haben längst gemerkt, dass sie mehr als guter Sport erwartet. „Wir haben uns frühzeitig dem Unterhaltungsaspekt verschrieben, um das Turnier für die Zuschauer attraktiver zu machen”, sagt Turnierdirektor Michael Mronz. Dafür werden seit Jahren 10.000 Besucher gezählt. Deutlich mehr als bei anderen Challengern.

Nicht die großen Namen

Dabei sind es nicht einmal die großen Namen, die in die Halle locken. Zwar haben in Aachen schon US-Open-Sieger Juan Martin del Potro oder der Weltranglistendritte Novak Djokovic gespielt, doch waren sie da noch unbekannte Talente. „Und außerhalb der Top Ten kennen doch nur noch die Experten die Namen”, sagt Busch. Die Liste der Superstars mit Aachen-Vergangenheit wird aber auch immer länger - kein Wunder nach 19 Jahren.

Qualifikation startet am Samstag

Der Turnierfahrplan: Samstag, 7. November, ab 10 Uhr Qualifikation 1. und 2. Runde, Eintritt 5 Euro (ermäßigt 3 Euro); Sonntag, 8. November, ab 12 Uhr Qualifikation 3. Runde, 10 Euro (5 Euro), Montag, 9. November, ab 13 Uhr 1. Runde Einzel und Doppel, 14 Euro (8 Euro); Dienstag, 10. November, ab 13 Uhr 1. Runde Einzel und Doppel, 14 Euro (8 Euro); Mittwoch, 11. November, ab 13 Uhr 2. Runde Einzel, 1. Runde Doppel, 16 Euro (10 Euro); Donnerstag, 12. November, ab 13 Uhr 2. Runde Einzel, Viertelfinale Einzel und Doppel, 16 Euro (10 Euro), Lambertz-Kindertag, bis 18 Jahre freier Eintritt; Freitag, 13. November, ab 13 Uhr Viertelfinale Einzel , 1. Halbfinale Doppel, 20 Euro (13 Euro); Samstag, 14. November, ab 16 Uhr Halbfinale Einzel, 2. Halbfinale Doppel, 25 Euro (15 Euro) inklusive „Stawag-Night”; Sonntag, 15. November, ab 14 Uhr Finale Einzel und Doppel, 22 Euro (15 Euro). Wochenendtickets für den 13. bis 15. November kosten 40 Euro, Dauerkarten 90 Euro.

Karten gibt es in der Servicestelle der AZ an der Buchkremerstraße und im Verlagsgebäude des Zeitungsverlages Aachen, Dresdener Straße 3 (Parkmöglichkeit); Info und Beratung über 01805 999620 (14 Cent/Minute aus dem Festnetz), sowie in allen Vorverkaufsstellen der AZ. Reservierungen/Vorbestellungen sind telefonisch nicht möglich.
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