„Vorsicht Falle”: Geldversprechen locken Ahnungslose

Von: Joachim Rubner
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Aachen. „Vorsicht Falle!”, heißt es im Augenblick wieder für viele Aachener, die in den letzten beiden Wochen ein Schreiben einer „Verwaltungsgesellschaft” im Briefkasten hatten.

Dahinter steckt eine deutschlandweit agierende Firma, die mit auf den ersten Blick verlockenden Angeboten auf sich aufmerksam macht. Empfänger dieser Briefe sind meist ältere Menschen, wie zum Beispiel eine 88-Jährige aus Vaalserquartier. Sie bekam einen Brief, der über die Auflösung eines Reise-Centers berichtete, wo die betagte Aachenerin angeblich noch 248,38 Euro Guthaben besitze.

„Dieser Betrag steht Ihnen im vollen Umfang zu. Deshalb haben wir, als Treuhand-Verwalter, für Sie einen Scheck über die volle Summe ausgestellt, den wir Ihnen gerne persönlich übergeben möchten. Daher dürfen wir Sie bitten, sich Ihren Scheck im Rahmen einer kurzen Präsentation am Mittwoch, 25. November, um 9.30 Uhr abzuholen”, heißt es da.

Es folgt die Nennung eines Restaurants in Vaals, wo die Präsentation stattfinden soll. Um die Sache für die vielen Angeschriebenen noch attraktiver zu machen, werden auch noch „Prämien” aus der Lagerbestandsauflösung der angeblich betroffenen Firma zur sofortigen Mitnahme angekündigt: Ein Blutdruckmessgerät oder alternativ 20 Euro in bar werden versprochen. Es kommt noch toller: „Zusätzlich bekommt noch jedes Ehepaar als Treueprämie einen Kaffee-Express-Automaten für die frische Tasse Kaffee zwischendurch.” Doch damit noch immer nicht genug: Auch ein neues mobiles Navigationsgerät bietet man der 88-Jährigen an.

„Große Vorsicht ist geboten”, warnt die Verbraucherzentrale am Boxgraben und vermutet eine Werbeaktion, ähnlich einer Kaffeefahrt. „Wenn man der alten Dame das Geld zukommen lassen will, gibt es einfachere Möglichkeiten, als sie nach Vaals zu bestellen. Ein Verrechnungsscheck in einem Brief würde ausreichen”, sagt Jutta Reimnitz, Chefin der Aachener Verbraucherschützer.

Ähnliche dubiose Versuche seien im ganzen Land nachweisbar, und derartige Firmen ziehen allem Anschein nach durch ganz Deutschland. Generell sollte man auf diesen Verkaufsveranstaltungen nichts kaufen, und falls man es dennoch tue: auf keinen Fall sofort bezahlen, raten die Verbraucherschützer. Denn es ist erfahrungsgemäß sehr schwierig, das bezahlte Geld zurück zu erhalten, falls man mit dem Produkt unzufrieden ist.

Allerdings: Selbst wenn man in den Niederlanden bei dieser Veranstaltung etwas kaufen sollte, kann man nach deutschem Recht innerhalb von 14 Tagen vom Kauf zurücktreten. Am besten tut man dies durch ein Einschreiben mit Rückschein.
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