Aachen - Vorlesetag weckt viel Begeisterung

Vorlesetag weckt viel Begeisterung

Von: Katharina Toussaint
Letzte Aktualisierung:
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Ohne Worte: Carmen Degen „liest“ die Geschichte von Rapunzel in Gebärdensprache vor. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Sich in andere hineinversetzen und die Fantasie benutzen, eine Grundlage für die eigene Lesekompetenz schaffen und den Wortschatz erweitern – das Vorlesen hat unzählige Vorteile. Weltweit soll der Vorlesetag deshalb die Freude am Lesen und Zuhören wecken.

Die Kinder der Grundschule Passstraße konnten am Vorlesetag zwischen 23 Geschichten wählen – auf Deutsch, Englisch, Bosnisch, Polnisch, Russisch und Türkisch. Eine Geschichte konnte man nicht nur hören, sondern auch sehen: „Rapunzel“ gab es in Gebärdensprache.

Vor dem Einschlafen noch in eine fremde Welt eintauchen oder die Lieblingshelden auf ihren Abenteuern begleiten – leider gehört es für viele Kinder nicht zum festen Programm, regelmäßig vorgelesen zu bekommen. Dabei gefällt es einer Studie der Stiftung Lesen zufolge über 90 Prozent der Kinder sehr gut, wenn ihnen jemand vorliest. Außerdem verbessern sich im Schnitt die Noten, der Wortschatz vergrößert sich und der Spaß am Selbstlesen wächst.

213 Kinder aus 33 Nationen

Die Europaschule an der Passstraße besuchen 213 Kinder aus 33 verschiedenen Nationen – klar, dass viele zu Hause Bücher in ihrer Muttersprache lesen oder vorgelesen bekommen. Im Vorfeld des Vorlesetages wurden die Lieblingsgeschichten der Schüler gesammelt und Vorleser gesucht, neben Lehrern und Eltern lasen auch Erzieher aus der offenen Ganztagsbetreuung. Das Ergebnis: eine bunte Mischung an Büchern und Vorlesesprachen. „Junge Kinder lieben lustige Geschichten, und ältere Kinder mögen besonders gern spannende Geschichten“, so Konrektorin Ursula Milde-Reimertz.

„Kleiner Eisbär“ auf Türkisch

Richtige Eintrittskarten hatten die Schüler der Europaschule ziehen dürfen, jeder für die Geschichte, die er am liebsten hören wollte. Eifrig stürmten die Erst- bis Viertklässler dann ihrem Vorleser hinterher, um sich an allen denkbaren Stationen in der Schule und den Räumen des offenen Ganztages niederzulassen und zu lauschen: da gab es den „Kleinen Eisbären“ auf Türkisch, „Das hässliche Entlein“ auf Bosnisch oder „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“ auf Polnisch.

Damit unabhängig von der Muttersprache alle den Geschichten folgen konnten, erklärten die Vorleser zwischendurch, worum es geht. Wie es „Rapunzel“ in ihrem Turm ergeht, konnte man sich durch die Gebärden umso besser vorstellen, die Lehrerin Carmen Degen zeitgleich zum Erzählen des Märchens machte. Natürlich wurden auch deutsch- und englischsprachige Geschichten vorgelesen: „Pippi Langstrumpf“, „Tatort Schule“ oder die gereimte Hexengeschichte „Room on the Broom“. Vor dem Ende der Bücher war jedoch meist bereits Schluss: die Neugier darauf, wie es weitergeht und der Spaß am Zuhören haben mit Sicherheit Begeisterung geweckt am Lesen und am Vorgelesen bekommen.

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