Aachen - Vorfreude auf den Umzug der Wabe

Vorfreude auf den Umzug der Wabe

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Aachen. Langsam steigt bei Frank Schallenberg und Michael Klinksiek die Spannung. Positive Spannung, denn große Dinge werden immer konkreter. Die „Wabe” zieht um, und das ist für die beiden Männer schon so etwas wie eine Zäsur.

Beide verdienen beim Hilfsverein mit dem Motto „Wohnung-Arbeit-Beratung” ihr Geld, mit unterschiedlichen Ansätzen, aber der selben Philosophie. Beide finden in den Aufgaben, die sie ausfüllen, nicht nur die Möglichkeit zum Broterwerb, sondern auch eine bedeutsame Chance sich als Menschen sinnvoll in der Gesellschaft einzubringen.

Frank Schallenberg und Michael Klinksiek arbeiten im Projekt Möbelrecycling. Gespendete Möbel werden hier bislang abgeholt und in der Holzwerkstatt Oppenhoffallee 169 restauriert, um sie preiswert an Menschen mit geringen finanziellen Mitteln abzugeben, mitunter zu liefern oder zu montieren bzw. zu installieren.

Darüber hinaus werden kleine einfache Auftragsarbeiten unter fachlicher Anleitung ausgeführt. Bislang wurden diese Möbel dann im Sozialkaufhaus der „Wabe” an der Ottostraße verkauft. Die Abläufe werden künftig erheblich vereinfacht, denn die „Wabe” verlegt in der zweiten Januarhälfte weite Teile in ihre neue Immobilie mit der Adresse Freunder Weg 61. Hier findet alles unter einem Dach statt.

Ab 1. Februar finden Menschen in sozialen Notlagen hier ihre Ansprechpartner. Und wer günstig gebrauchte Möbel braucht, ist bei Frank Schallenberg und Michael Klinksiek an der richtigen Adresse.

Schallenberg ist Koordinator im Möbel-Projekt. „Ich war eine Zeit lang arbeitslos und habe mit einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme bei der Wabe angefangen. Zum Glück habe ich heute einen unbefristeten Vertrag”, schildert der bescheidene Mann seinen Weg. Im Grunde macht er aber viel mehr.

„Er ist so etwas wie die personifizierte Wabe”, meint nämlich deren Geschäftsführer Alois Poquett. So einer, den man auch um 1 Uhr nachts anrufen könne, wenn Not am Mann sei.

Er könne sich auf Menschen einstellen, Introvertierte aus der Reserve locken, sei ein wichtiges Bindeglied. „Das liegt mir im Blut. Ich finde es toll, Menschen wieder eine Perspektive zu geben. Und das Ziel ist immer, ihre Freiwilligkeit zu locken, sie sollen von sich aus etwas tun”, skizziert der gelernte Handwerker sein Ziel.

Michael Klinksiek gehörte freilich nicht zu den „Wabe”-Mitarbeitern, die groß motiviert werden mussten. Er ist gelernter Industrie-Kaufmann, war aber längere Zeit arbeitslos. Und das als nicht mehr ganz junger Mensch.

„Und je älter ich wurde, desto mehr habe ich gelitten”, berichtet er ganz offen. Schnell sei soziale Kontaktarmut hinzugekommen. Das ist vorbei. Seit zwei Jahren arbeitet Klinksiek im Möbel-Projekt, führt Anwesensheitslisten, disponiert Termine, schreibt Rechnungen und pflegt Kundenkontakte. Verantwortungsvolle Aufgaben.

Über das Modell Paragraf 16a aus dem Sozialgesetzbuch II bekam der Mitarbeiter eine Perspektive. Er ist wieder sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Und er ist der Wabe dankbar für die neue Chance: „Hier wird nicht groß über Papiere gesprochen.” Er freut sich auf den Umzug in den Freunder Weg. Auf die Expansion und auf die neuen Herausforderungen.

Informationen zum Fachbereich Hilfe zur Arbeit, Beschäftigung und Qualifizierung erhält man bei Katrin Bauermeister, 9494032, E-Mail: katrin.bauermeister@wabe-aachen.de

Wabe e.V. (Wohnung, Arbeit und Beratung) unterstützt seit über 20 Jahren Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten. Haftentlassene, Wohnungslose, Langzeitarbeitslose und Behinderte finden in Beratungsstellen, Wohneinrichtungen und Arbeitsprojekten die Hilfe, die sie bei der (Re-) Integration in die Gesellschaft brauchen.

Die Adresse der Verwaltung lautet: Friedenstraße 20, 968670.

Der Verein wurde 1985 mit dem Grundgedanken gegründet, dass den vielfältigen Problemlagen benachteiligter Menschen nur Rechnung getragen werden kann, wenn ein Gesamtkonzept entwickelt wird, das von einem ganzheitlichen Menschenbild ausgeht. Die Konzeption sieht vor, dass Wohnen, Arbeiten und Beraten zusammengehören.
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