Vorbild Paris: Fahrräder leihen, Umwelt schützen

Von: Joachim Rubner
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radverleihbild
Auch Paris als Foto: Dort haben die Leihfahrräder Konjunktur, bald sollen ähnliche Leihfahrräder auch in Aachen für Umweltschutz und Mobilität sorgen.

Aachen. Aachen will sich am bundesweiten Modellversuch „Innovative öffentliche Fahrradverleihsysteme” des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung beteiligen. Dabei sollen kommunale Radverkehrsprojekte gefördert werden, die einen klimafreundlichen Nahverkehr mit innovativen öffentlichen Fahrradverleihsystemen voranbringen.

Hierzu wird ein Wettbewerb ausgerufen, an dem sich Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern beteiligen können. Falls die präsentierten Ideen und Lösungsansätze Erfolg versprechen und von einer Jury angenommen werden, winken insgesamt zehn Millionen Euro, die bei den Gewinner-Kommunen von September 2009 bis August 2012 die Einführung des Fahrradverleihs fördern sollen.

Ziel ist die Verkehrsverlagerung vom Auto auf das Fahrrad. Damit eng verbunden ist die sehr erwünschte Verringerung der CO2-Emissionen und die Reduzierung des Lärms in der Innenstadt.

Aachen hat bei dem Wettbewerb gute Chancen, denn die Stadt darf auf eine Diplomarbeit von Christoph Züll zurückgreifen, der im vergangenen Jahr am Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr der RWTH sein Diplom machte. Hierbei wurde der Einsatz von rund 500 Fahrrädern an etwa 40 bis 50 Stationen in der Stadt vorgeschlagen.

Geld aus einem Sondertopf

„Öffentliche Fahrradverleihsysteme stellen eine moderne und innovative Form des Verkehrs dar, die die Vorteile des Fahrrads mit denen des Öffentlichen Personennahverkehrs kombinieren”, sagt Gaby Mans, Verkehrsplanerin im städtischen Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen. Die öffentlichen Leihfahrräder - darunter könnten auch Elektrofahrräder sein, da Aachen als „Stadt mit besonderer Topografie” gilt und noch aus einem Sondertopf Geld bekommen kann - können jederzeit an einer Station ausgeliehen und an einer anderen zurückgegeben werden.

Dadurch sind im Gegensatz zum Gebrauch des eigenen Fahrrads auch spontane Einmalfahrten innerhalb der Stadt möglich, bei denen als Nebeneffekt außerdem die Gefahr des Fahrraddiebstahls reduziert wird. Der Leihvorgang wird über sogenannte „Stationsterminals” oder per Handy in Selbstbedienung abgewickelt, wodurch an den Stationen kein Personal benötigt wird. Flexible Tarife unterstützen dabei eine regelmäßige Nutzung in Form eines Jahresabonnements, zum Beispiel für Berufspendler, und die spontane Nutzung in Form eines Tages- oder Wochen- abonnements für Touristen und Gelegenheitsnutzer.

Die Leihfahrräder sollen ein einheitliches Erscheinungsbild haben und durch ihre Präsenz im Stadtbild eine bewegliche Werbung für eine umweltfreundliche Fortbewegung darstellen. „Viele Städte weltweit haben diesen Trend bereits erkannt und verfügen über ein solches System, das dort den Anteil des Radverkehrs zum Teil deutlich steigern konnte. Zu nennen sind hier Paris, Wien und Stuttgart”, sagt Mans. Eine Vielzahl weiterer Städte plane zudem derzeit, öffentliche Fahrräder einzuführen.

Es ist übrigens angedacht, in einer Kooperation mit Bonn und Leverkusen den Wettbewerbsbeitrag einzureichen. Im August soll die Entscheidung der Jury den gewinnenden Städten mitgeteilt werden. Danach könnte es im September auch in Aachen heißen: „Start frei für Leihfahrräder.”
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